In Großrosseln nimmt ein Projekt Gestalt an, das für Familien in der saarländischen Grenzgemeinde konkrete Auswirkungen haben wird: Die Kindertagesstätte St. Wendalinus hat am 17. April ihr Richtfest gefeiert. Wo bislang ein ehemaliges Schulgebäude an seine räumlichen Grenzen stieß, entsteht nach umfassender Sanierung eine moderne Bildungseinrichtung mit 147 Betreuungsplätzen in sieben Gruppen. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf rund 7,3 Millionen Euro, wovon das Land knapp 2,6 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Kita-Turbo“ beisteuert.
Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot ordnete das Vorhaben in die landesweite Strategie ein: „Beim Kita-Turbo geht es nicht um Fördersummen und Baupläne, sondern um die Zukunft unserer Kleinsten.“ Man schaffe und sichere Betreuungsplätze, modernisiere Standorte und verbessere die Chancen von Kindern ganz konkret. Die Ministerin hob zudem hervor, dass die Einrichtung als Élysée-Kita gelebte Mehrsprachigkeit und pädagogische Qualität nun auch mit zeitgemäßen Räumen verbinde.
Die bisherige Unterbringung im alten Schulgebäude war seit Jahren ein Provisorium, das dem wachsenden Bedarf nicht mehr gerecht wurde. Statt eines Abrisses setzt die Gemeinde auf die nachhaltige Weiterentwicklung der vorhandenen Bausubstanz. Nach Abschluss der Arbeiten sollen zwei Krippengruppen und fünf Kindergartengruppen unter einem Dach Platz finden – ein deutlicher Kapazitätssprung gegenüber dem bisherigen Angebot.
Bürgermeister Dominik Jochum machte deutlich, welche Bedeutung das Projekt für die gesamte Gemeinde hat: „Mit dem Neubau der Kita reagieren wir gezielt auf den wachsenden Bedarf an Betreuungsplätzen in unserer Gemeinde.“ Investitionen in frühkindliche Bildung seien zugleich Investitionen in die Zukunft des Standorts. Man setze damit ein klares Zeichen für Familienfreundlichkeit und nachhaltige Entwicklung. Die Eröffnung der neuen Kita sei für Ende 2027 geplant.
Finanziert wird der Landesanteil aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes, aus dem dem Saarland insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Im Rahmen des Investitionsprogramms „Aufbruch Saarland“ fließen diese Mittel in Neubauten, Erweiterungen und innovative Bauweisen wie die Modulbauweise, um landesweit zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen. Der „Kita-Turbo“ verfolgt dabei das Ziel, den Ausbau bedarfsgerecht und zügig voranzutreiben.
Für Großrosseln markiert das Richtfest mehr als einen baulichen Fortschritt. Die Gemeinde an der französischen Grenze positioniert sich mit der modernisierten Élysée-Kita bewusst als Ort, an dem Mehrsprachigkeit nicht nur pädagogisches Konzept, sondern gelebter Alltag ist. Wenn Ende 2027 die Türen aufgehen, sollen Kinder dort von Anfang an in Räumen aufwachsen, die ihrem Förderbedarf gerecht werden – und Eltern die Möglichkeit erhalten, Familie und Beruf besser miteinander zu verbinden.




















