v.l.n.r. Prof. Dr. Jürgen Bauhus, Dirk Schäfer, Prof. Dr.-Ing. Alpaslan Yörük, Ministerin Petra Berg, Staatssekretär Torsten Lang, Prof. Dr. Harald Grethe und Karsten Schwanke beim 2. Saarländischen Klimakongress Foto: MUKMAV / Ann-Sophie Ruf
Anzeige

Mehr als 150 Fachleute, Kommunalvertreter und Interessierte kamen am 19. Mai in Saarlouis zusammen, um beim 2. Saarländischen Klimakongress über die konkreten Folgen des Klimawandels für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Katastrophenschutz zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand dabei nicht die abstrakte Debatte über Temperaturkurven, sondern die Frage, wie sich das Saarland praktisch gegen Starkregen, Hitzeperioden und deren Folgen wappnen kann.

Umweltministerin Petra Berg machte gleich zu Beginn deutlich, wie drängend das Thema geworden ist: „Wir erleben immer häufiger und intensiver auftretende Phänomene wie Starkregenereignisse oder Hitzeperioden, die Auswirkungen auf viele Bereiche haben, vor allem führen sie zu Herausforderungen für unsere Landwirtinnen und Landwirte, unsere Wälder und unsere Gemeinden.“ Klimaschutz und Klimaanpassung seien Gemeinschaftsaufgaben, betonte Berg. Der Austausch untereinander sei entscheidend, um tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Anzeige

Durch den Tag führte Meteorologe und Wissenschaftsjournalist Karsten Schwanke, der den Kongress mit einem Vortrag über die spezifischen Herausforderungen des Klimawandels für das Saarland eröffnete. Anschließend beleuchteten renommierte Wissenschaftler das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Harald Grethe von der Humboldt-Universität zu Berlin widmete sich der Frage, wie nachhaltige Ernährungssysteme aufgebaut werden können. Jürgen Bauhus von der Universität Freiburg richtete den Fokus auf die Zukunft des Waldbaus – ein Thema, das angesichts der zunehmenden Trockenschäden in saarländischen Forsten besondere Brisanz besitzt.

Die Vorsorge bei extremen Wetterereignissen rückte mit den Beiträgen von Alpaslan Yörük von der htw saar und Dirk Schäfer vom Katastrophenschutzzentrum des Landkreises St. Wendel in den Mittelpunkt. Beide machten deutlich, dass technische Infrastruktur und organisatorische Vorbereitung Hand in Hand gehen müssen, wenn Kommunen künftig besser auf Extremwetter reagieren wollen.

Zum Abschluss versammelten sich Ministerin Berg und Torsten Lang, Staatssekretär im Innenministerium, auf dem Podium, um die konkreten Maßnahmen des Landes beim Katastrophenschutz zu erörtern. Insbesondere der Umgang mit Starkregen- und Hochwasserereignissen stand dabei im Zentrum der Diskussion. Dass beide Ressorts gemeinsam auf der Bühne standen, unterstrich den ressortübergreifenden Ansatz, den die Landesregierung bei der Klimaanpassung verfolgt.

Der Kongress zeigte einmal mehr, dass die Auswirkungen des Klimawandels längst keine ferne Bedrohung mehr sind, sondern den Alltag im Saarland bereits spürbar verändern. Wer die Vorträge und Diskussionen nachhören möchte, findet eine Aufzeichnung der Veranstaltung unter www.saarland.de/klimakongress.

Anzeige
💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein