Ein ambitioniertes Entwicklungsprojekt ist gescheitert, doch die Stadt St. Ingbert will nach vorne blicken: Für die traditionsreiche Kahlenberghütte im Stadtteil Rohrbach wird ein neuer Pächter gesucht. Bis zum 20. Mai 2026 können Interessierte ihre Nutzungskonzepte einreichen – gefragt sind Ideen, die dem seit Jahrzehnten beliebten Ausflugsort frisches Leben einhauchen.
Die Geschichte der Kahlenberghütte reicht bis ins Jahr 1956 zurück, als der Pfälzerwaldverein Rohrbach sie errichtete. Über die Jahrzehnte wuchs das Gebäude mit seinen Gästen: Terrasse und Nebenräume kamen hinzu, Wanderer, Radfahrer und Spaziergänger machten die Hütte zu einem festen Anlaufpunkt in der Region. Als sich der Pfälzerwaldverein 2023 auflöste, übernahm die Stadt St. Ingbert das Gebäude in ihren Bestand. Seitdem sucht die Verwaltung nach einer tragfähigen Zukunftslösung.
Dass die Hütte nun erneut ausgeschrieben wird, hat einen konkreten Anlass. Die „Place to be“-Gruppe hatte gemeinsam mit der Stadt Pläne verfolgt, den Standort zu einem Veranstaltungs- und Ausflugsort auszubauen. Doch nach eingehender Prüfung zog der Entwickler die Reißleine. In einem gemeinsamen Statement von Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer, Ortsvorsteher Martin Biedermann und der Projektgruppe heißt es: „Die ausführlichen Untersuchungen haben ergeben, dass die vorhandene Infrastruktur für eine solche Nutzung nicht ausreicht. Für den geplanten An-, Um- und Ausbau müssten neue Trinkwasser- und Abwasserleitungen sowie eine neue Straßenzuführung gebaut werden.“ Die damit verbundenen Kosten im mehrstelligen Millionenbereich stünden in keinem wirtschaftlich vertretbaren Verhältnis zum Ertrag.
Der Sanierungsbedarf an der Hütte ist erheblich – sowohl bei der technischen Ausstattung als auch bei der baulichen Substanz. Dennoch sieht die Stadtverwaltung Potenzial. Statt auf ein einzelnes Großprojekt zu setzen, öffnet sie den Prozess nun bewusst für ein breites Spektrum an Konzepten. Gastronomische Angebote sind ebenso willkommen wie gemeinschaftsorientierte oder touristische Ansätze. Entscheidend ist, dass die eingereichten Vorschläge realistisch und wirtschaftlich umsetzbar sind – und den Standort nachhaltig beleben.
Wer ein Konzept vorlegen möchte, kann dieses bis zum 20. Mai 2026 per E-Mail an gebaeudemanagement@st-ingbert.de senden. Für Rückfragen steht Herr Neu unter der Telefonnummer 06894 13 780 als Ansprechpartner bereit. Weitere Informationen zur Ausschreibung finden sich auf der städtischen Website unter st-ingbert.de im Bereich Bauen und Planung.
Die Kahlenberghütte steht damit an einem Wendepunkt. Fast sieben Jahrzehnte lang war sie ein Ort der Begegnung für Menschen aus St. Ingbert und darüber hinaus. Ob sie das auch in Zukunft sein kann, hängt nun davon ab, welche Ideen bis zum Stichtag auf dem Tisch liegen – und ob sich jemand findet, der den Charme des Standorts mit einem tragfähigen Geschäftsmodell verbindet.


















