80 Prozent der Beschäftigten, der zum Streik aufgerufenen Betriebe, haben im Zuge des 24-stündigen Warnstreiks am Freitag ihre Arbeit niedergelegt. Die restlichen 20 Prozent sicherten einen Notdienst in Form einer Mindestbetreuung in den bestreikten Einrichtungen, um Gefährdungen der Bewohnerinnen und Bewohner auszuschließen. Der Streik fand pandemiebedingt ohne Versammlung oder Kundgebung vor Ort als Stayat-Home-Streik statt.

Die knapp 5200 Beschäftigten der 300 Einrichtungen der AWO im Saarland fordern die Angleichung ihres Lohnniveaus an den Tarifvertrag der Länder. Derzeit verdienen Mitarbeiter der AWO für dieselbe Arbeit durchschnittlich rund 200 Euro weniger als Landesbeschäftigte. Der Landesverband AWO Saarland e.V. lehnte diese Forderung in der ersten Verhandlungsrunde am vergangenen Montag ab.

„Gleiche Arbeit muss mit gleichem Lohn vergütet werden. Soziale Dienstleistungen, wie sie die Beschäftigten der AWO erbringen, sind ein essentieller Teil der staatlichen Daseinsvorsorge und dürfen nicht einem Wettstreit um das niedrigste Lohnniveau unterliegen. Es muss der Mensch und dessen Versorgung durch qualifiziertes und professionelles Personal im Mittelpunkt stehen. Die notwendige Grundvoraussetzung dafür, ist die Wertschätzung der Beschäftigten in Form einer adäquaten und fairen Vergütung und guten Arbeitsbedingungen“, so Mirko Gelfert, Verhandlungsführer der Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) für die Seite der Beschäftigten.

Die Arbeitgeberseite bietet aktuell eine dreistufige, lineare Erhöhung der Tabellenentgelte von 1,7%, 2,0% und 0,5% bis zum Oktober 2023, eine Corona-Sonderzahlung von 300 Euro (für Vollzeitbeschäftigte, für Teilzeitbeschäftigte entsprechend anteilig) sowie eine Pflegezulage von 70 Euro mit einer Erhöhung auf 120 Euro zum Juli 2022. Dieses Angebot wurde von der ver.di-Tarifkommission abgelehnt. Die nächsten Verhandlungsrunden sind für den 30. April und den 17. Mai terminiert.

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