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Ein Tisch weiter wird diskutiert, am nächsten konzentriert geschwiegen. Karten liegen offen, Figuren werden verschoben, irgendwo fällt ein Würfel etwas zu laut auf die Platte. Wer am Wochenende durch den Saalbau ging, hatte schnell das Gefühl, dass hier jeder seinen eigenen kleinen Kosmos bespielt – und doch alles zusammengehört.

Die Gedankenwelten-Con hat den Homburger Saalbau erneut vollständig eingenommen. Am Samstag, 21. März, und Sonntag, 22. März 2026, traf sich hier die regionale Szene – und mit ihr viele, die einfach neugierig waren, was passiert, wenn man sich einen Tag lang auf Brettspiele, Rollenspiele und Tabletop einlässt.

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Dass die Veranstaltung heute diese Größe erreicht hat, ist keine Selbstverständlichkeit. Angefangen hat alles deutlich kleiner. „Wir haben im Haus der Begegnung gestartet, aber das wurde irgendwann zu eng“, sagt Steffen Konrad, Vorsitzender des veranstaltenden Vereins Gedankenwelten e.V. Der Wechsel in den Saalbau sei ein wichtiger Schritt gewesen – auch wenn man inzwischen merke, dass es selbst hier zu Stoßzeiten voll wird.

Was diese Veranstaltung ausmacht, ist nicht ein einzelnes Highlight, sondern die Gleichzeitigkeit. Neben klassischen Brettspielen laufen komplexe Tabletop-Partien, ein paar Tische weiter entstehen Rollenspielgeschichten, die nur für diesen Moment existieren. Dazwischen erklären Verlage ihre Neuheiten, Entwickler zeigen eigene Ideen, Besucher bleiben stehen, setzen sich dazu – und sind plötzlich Teil einer Runde. Ein festes Programm gibt es nicht. Spielrunden entstehen spontan.

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Der Verein hinter der Con ist überschaubar, aber mit spürbarem Engagement unterwegs. Rund 60 Mitglieder gehören dazu, viele helfen aktiv bei der Organisation. „Man braucht schon einige Leute, um sowas zu stemmen. Wir haben viele, die sich da mit viel Engagement einbringen“, sagt Konrad. Vieles wirkt eingespielt, ohne überorganisiert zu sein.

Dieses Prinzip zieht sich durch alles. „Wir treffen uns sonst auch regelmäßig und bilden dann kleine Gruppen, je nachdem, wer gerade da ist“, erklärt Konrad. Genau dieses Modell wird bei der Con einfach größer gedacht.

An einem Tisch werden einfache Familienspiele erklärt, ein paar Meter weiter läuft ein komplexes Tabletop. In einer Ecke entsteht eine Rollenspielrunde, die für Stunden in ihrer eigenen Geschichte verschwindet. Dazu kommen Verlage und Entwickler, die ihre Spiele direkt vorstellen. „Wir haben Leute da, die ihre Spiele zeigen und erklären, was gerade neu ist“, so Konrad.

Dass das funktioniert, zeigt sich auch an den Zahlen. Allein am Samstag waren rund 360 Menschen im Saalbau, inklusive Helfer und Anbieter. Für eine Veranstaltung, die ursprünglich deutlich kleiner gestartet ist, ist das eine Entwicklung, die man auch im Raum spürt. „Es wird sehr gut angenommen, das freut uns natürlich immer sehr“, sagt Konrad.

Ein Teil dieser Dynamik entsteht im Kleinen. Etwa am Flohmarkt, wo gebrauchte Spiele neue Besitzer finden. Besucher bringen eigene Spiele mit, der Verein organisiert den Verkauf. „Die Leute geben die Spiele bei uns ab, wir kümmern uns um den Verkauf und am Ende bekommen sie das Geld dafür“, erklärt Konrad. Das Angebot werde von Jahr zu Jahr stärker genutzt.

Die Gedankenwelten-Con lebt nicht von großen Namen oder spektakulären Inszenierungen, sondern vom gemeinsamen Spielen. „Wir sind wirklich froh, dass das so gut angenommen wird. Viele kommen auch jedes Jahr wieder“, sagt Konrad. Man muss nichts mitbringen außer ein bisschen Neugier. Der Rest entsteht von selbst – am Tisch, im Gespräch, im Spiel.

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Alle Bilder: Friedel Simon

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