Die SV Elversberg hat den Sprung in die 1. Fußball-Bundesliga geschafft – nach 33 Jahren spielt damit wieder ein saarländischer Verein in der höchsten deutschen Spielklasse. Doch während die Euphorie in der Region noch nachhallt, schlägt die Gewerkschaft der Polizei im Saarland bereits warnende Töne an. Der sportliche Erfolg werde die ohnehin angespannte Einsatzlage der saarländischen Polizei weiter verschärfen, so die GdP. Ihr Landesvorsitzender Andreas Rinnert formuliert es unmissverständlich: „Dieser tolle sportliche Erfolg darf nicht gleichzeitig zum Nachteil für unsere Kolleginnen und Kollegen werden!“
Die Glückwünsche an den Aufsteiger stellt Rinnert dabei ausdrücklich voran. Dass nach mehr als drei Jahrzehnten wieder ein saarländischer Club erstklassig spielt, sei „eine großartige Sache für die gesamte Region“. Doch mit dem Aufstieg gehen aus Sicht der Gewerkschaft Konsequenzen einher, die weit über das Sportliche hinausreichen. Mehr Zuschauer, mehr Medienpräsenz, eine gesteigerte öffentliche Aufmerksamkeit – all das bedeute für die Polizei einen erheblichen Mehraufwand. Gerade nach dem Ausbau des Stadions an der Kaiserlinde auf 15.000 Plätze rechnet die GdP mit einem deutlich höheren Zuschaueraufkommen und entsprechend umfangreicheren Einsätzen.
Die Aufgaben reichen dabei von der Verkehrsregelung über das Trennen rivalisierender Fangruppen bis hin zum unmittelbaren Schutz der Sportveranstaltungen selbst. Rinnert verweist auf die bereits bestehende Dauerbelastung: „Die Kolleginnen und Kollegen hasten ohnehin schon Wochenende für Wochenende von Einsatz zu Einsatz. Sowas geht an die Substanz.“ Was die Polizei brauche, seien verlässliche Dienstpläne, garantierte Erholungsphasen, ausreichende Personalreserven und deutlich weniger kurzfristige Alarmierungen. All das sei nur mit einer personellen Aufstockung zu erreichen.
Konkret erneuert die GdP in diesem Zusammenhang zwei zentrale Forderungen. Zum einen verlangt sie eine sogenannte Flexibilitäts-Zulage, insbesondere für Kräfte der Operativen Einheit und der Bereitschaftspolizei, die häufig sehr kurzfristig in den Einsatz geschickt werden. Zum anderen fordert die Gewerkschaft Zusatzurlaub für Beamtinnen und Beamte, die wiederholt und über Gebühr an Wochenenden Dienst leisten müssen – während die Familie zu Hause Geburtstag feiert oder das Kind eine Schulaufführung hat, wie Rinnert betont.
Die bisherigen Spielbegegnungen der SV Elversberg verliefen nach Einschätzung der GdP zwar nahezu ausnahmslos störungsfrei. Doch die Gewerkschaft lenkt den Blick auf ein zusätzliches Problem: Neben der prognostisch steigenden Belastung durch den Erstliga-Aufstieg bleiben weiterhin personalintensive Fußballeinsätze rund um den 1. FC Saarbrücken zu erwarten. Ein Großteil aller konfliktträchtigen Fußballeinsätze im Saarland spiele sich seit Jahren in Saarbrücken ab, verbunden mit großen Polizeieinsätzen sowie regelmäßigen Diffamierungen und gewalttätigen Übergriffen auf Einsatzkräfte.
Rinnert nimmt dabei auch die Vereine selbst in die Pflicht und verweist auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von Anfang 2025. Demnach dürfen die bei Fußball-Hochrisikospielen entstehenden Polizeikosten den Vereinen in Rechnung gestellt werden. Eine entsprechende Gebührenregelung für das Saarland stehe allerdings weiterhin aus. Die Logik dahinter sei einfach, so der GdP-Landesvorsitzende: „Wenn die Vereine die Kosten für die Polizeieinsätze mittragen müssen, haben sie auch ein wesentlich größeres Interesse an friedlichen ‚Fans‘ und einem störungsfreien Spielverlauf ohne Pyrotechnik und Gewalt. Und die Polizei hätte mehr freie Kapazitäten!“ Die GdP werde sich weiterhin für Fußball ohne Hass, Hetze und Gewalt einsetzen – und dafür, dass die politisch Verantwortlichen im Saarland die nötigen Rahmenbedingungen endlich schaffen.



















