Der FC 08 Homburg steckt nach acht Spieltagen der Regionalliga Südwest zwischen Anspruch und Realität fest. Zehn Punkte aus acht Partien bedeuten Tabellenplatz elf – zu wenig für die Ambitionen der Grün-Weißen. Seit vier Spielen wartet die Mannschaft von Trainer Roland Seitz auf einen Sieg. Am Samstag empfangen die Grün-Weißen im Waldstadion die SG Sonnenhof Großaspach, die als Aufsteiger mit einem starken Saisonstart für Aufsehen sorgt.
Die Bilanz der vergangenen Wochen liest sich ernüchternd: eine Niederlage gegen Walldorf, dazu drei Unentschieden in Serie gegen Offenbach, Steinbach und Mainz. Spiele, in denen der FCH jeweils ordentliche Leistungen zeigte, sich aber nicht belohnen konnte. Auf dem Papier respektable Resultate, zeigt aber auch das Grundproblem: Homburg betreibt viel Aufwand, belohnt sich jedoch nicht. „Hätte man die Gegner nicht hintereinander gehabt, würde man sagen, man könnte mit einem Unentschieden gegen die drei jeweils leben. Aber drei Unentschieden in Serie – das ist für unseren Aufwand zu wenig“, erklärte Außenverteidiger Philipp Steinhart. Der Abwehrspieler ist aber überzeugt: „Von der Einstellung, von der Mentalität, vom Charakter her kann man der Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen. Aber wir müssen effektiver werden und endlich unsere Chancen nutzen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir am Wochenende drei Punkte holen.“
Trainer Roland Seitz sieht es ähnlich. Der 60-Jährige verwies noch einmal auf die immer wiederkehrenden Muster: „Wir betreiben viel Aufwand, hätten die Möglichkeit in vielen Spielen es 1:0 zu machen, machen wir es nicht, werden dann mit dem ersten Tor bestraft – und dann rennst du hinterher. Das müssen wir endlich abstellen.“ Kritik an der Defensive, die mit 15 Gegentoren aus acht Spielen deutlich zu viele Treffer zulässt, wollte Seitz dabei nicht allein auf die Viererkette schieben: „Wir machen gute Spiele, aber zu viele individuelle Fehler kosten uns immer wieder Nerven. Qualität und Erfahrung sind da – jeder Einzelne muss sie abrufen.“ Steinhart ergänzte dazu selbstkritisch: „Fußball ist ein Fehlersport. Wir machen sehr wenige Fehler, werden dafür eiskalt bestraft. Wir bestrafen die Fehler des Gegners zu selten aktuell, und das ist einfach, woran es liegt.“
Mit der SG Sonnenhof Großaspach kommt nun ein Gegner, der keineswegs als gewöhnlicher Aufsteiger einzustufen ist. Der Traditionsverein aus Schwaben dominierte die Oberliga Baden-Württemberg im Vorjahr mit nur einer Niederlage und über 100 erzielten Toren. Auch in der Regionalliga Südwest hat sich das Team von Trainer Pascal Reinhardt etabliert, steht mit 13 Punkten auf Platz vier und ist seit fünf Spielen ungeschlagen. Besonders im Fokus: Stürmer Fabian Eisele, ein alter Bekannter in Homburg, der mit zehn Treffern die Torjägerliste anführt. „Großaspach hat den zweitbesten Sturm der Liga. Da weiß man, dass einiges auf uns zukommt“, warnt Seitz.
Personell muss der FCH weiter auf die Langzeitverletzten Hilal El-Helwe und Michael Heilig verzichten, ebenso auf Nils Röseler, der nach seiner Knieverletzung noch nicht im Mannschaftstraining ist. Zudem fällt Rechtsverteidiger Tim Littmann mit einer Bauchmuskelverletzung aus. Dennoch ist der Anspruch klar formuliert: „Wir haben Charakter gezeigt, wir hätten mehr Punkte verdient gehabt. Jetzt geht es darum, die guten Leistungen auch in Ergebnisse umzusetzen und zu Hause unbedingt den Dreier holen“, betonte Seitz.
Die Tabelle macht den Druck deutlich: Zwischen Platz vier und einem Abstiegsrang liegen gerade einmal drei Punkte. Ein Sieg gegen Großaspach könnte die Grün-Weißen nach oben schieben – eine weitere Punkteteilung würde das Bild des stecken gebliebenen FCH verfestigen. Mentalität und Einstellung stimmen, das hat das Team zuletzt bewiesen. Doch nun gilt es, endlich auch die defensive Stabilität zu zeigen, die bislang fehlt.
Anstoß im Waldstadion ist am Samstag um 14 Uhr. Geleitet wird die Partie von Schiedsrichter Tim Waldinger.



















