Symbolbild

„Die Corona-Krise macht erneut deutlich: Es sind vor allem die Frauen, die mit dem alltäglichen Kümmern um Kinder, Ernährung und Gesundheit die Verantwortung für das Wohlergehen von Familien übernehmen. Und in der Pandemie kam sogar noch Homeschooling hinzu“, sagt Beatrice Zeiger, Geschäftsführerin der Arbeitskammer des Saarlandes, anlässlich des Equal Care Day. Verknüpft ist diese alltägliche „Sorgearbeit“ allzu häufig mit mangelnder Anerkennung und prekären Beschäftigungsverhältnissen. „Die aktuelle Situation zeigt uns überdeutlich, wie ungleich die Aufgaben verteilt sind und wie notwendig es ist, die Gleichstellung der Frauen trotz aller widrigen Umstände nach der Krise sehr aktiv weiter voranzutreiben – Ansatzpunkte dafür gibt es genug“, so Zeiger. 

Die einseitige Verteilung der Sorgearbeit ist bekannt – thematisiert aber wird sie meist nur als Randnotiz. Laut dem 2. Bundesgleichstellungsbericht sind es die Frauen, die in Deutschland rund 52 % mehr Zeit (täglich) für unbezahlte sogenannte Care Arbeiten aufwenden. Weitere Untersuchungen wie z.B. Zeitverwendungsstudien des Statischen Bundesamtes gehen sogar von einer Verteilung der Care-Arbeit von 80 % Frauen zu 20 % Männer aus. In der Krise verschärfte sich diese Ausgangslage noch zusätzlich durch die ungleiche Verteilung der Aufgaben auch im beruflichen Zusammenhang. In den jetzt als systemrelevant bezeichneten Berufen in der Pflege, den Schulen, der Kinderbetreuung, dem (Lebensmittel-) Handel beträgt der Frauenanteil bis zu 80 %. Frauen sind durch die anfallenden Mehrbelastungen in diesen Branchen in Kombination mit den privaten Sorgeverpflichtungen übermäßig belastet und das, obwohl sie in der Regel im Vergleich zu ähnlich qualifizierten Männerberufen nur unterdurchschnittlich bezahlt werden.

Beatrice Zeiger,
Geschäftsführerin der Arbeitskammer des Saarlandes

„Dabei sind es gerade die Frauen, die mit ihrer Arbeit dafür sorgen, dass Gesellschaft, Unternehmen und das gesamte Wirtschaftssystem auch in der Krise funktionieren“ erklärt Zeiger. „Sorgearbeit muss dringend gerechter unter den Geschlechtern verteilt werden. Zugleich müssen Beschäftigte in Care-Berufen, überwiegend ebenfalls Frauen, besser entlohnt werden. Das ist eine Frage des Respekts sowie ein dringend überfälliger Ausdruck der gesellschaftlichen Anerkennung“, fordert Zeiger. Der Equal Care Day wird am 29. Februar proklamiert (in Nicht-Schaltjahren am 1. März). Er soll darauf hinweisen, dass Care-Arbeit als weitgehend „unsichtbare Arbeit“ gilt, die oft nicht wahrgenommen und nicht bezahlt wird. Die Initiative Equal Care Day ist ein Plädoyer, das Konzept Arbeit weiter zu fassen, Sorgearbeit mit einzubeziehen in die Berechnung von Wertschöpfungsketten und den Begriff ‘Care’ in seiner umfassenden Bedeutung anzuerkennen.

 

 

 

 

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