Der saarländische Staatswald war in den vergangenen fünf Jahren von vielerlei Veränderungen geprägt. Besonders einschneidend: die extremen Wetterbedingungen seit dem Jahr 2018 und die dadurch verursachten Waldschäden. Der „Bericht über den Zustand des Staatswaldes im Saarland 2015 – 2020“ beschreibt den Entwicklungsprozess und zu ergreifende Maßnahmen.

Die Landesregierung ist seit der Änderung des Waldgesetzes 1999 verpflichtet, alle fünf Jahre diesen Bericht über den ökologischen Zustand des Waldes, die praktizierte Bewirtschaftung und die Bedeutung des Waldes im Gesamtsystem der Umwelt zu erstellen und dem Parlament vorzulegen.

„Der Klimawandel kündigte sich zwar schon in früheren Jahren an, aber die langen Hitze- und Dürreperioden seit 2018 setzten auch dem saarländischen Wald trotz einer im Bundesvergleich günstigen Ausgangssituation massiv zu. Prognosen mussten korrigiert werden, Maßnahmenpläne haben wir an die neue Situation angepasst, neue Strategien entwickelt. Über all das informieren wir im Staatswaldbericht 2015 – 2020“, so Umweltminister Reinhold Jost bei der Vorstellung des Berichts.

Mit 52 verschiedenen Baumarten und einem Anteil von 75 % Laubbäumen an der Gesamtfläche ist die Artenvielfalt im saarländischen Staatswald sehr groß. Dieser Baumartenreichtum ist im Sinne einer Risikoverteilung für die künftige Waldentwicklung sehr wichtig. Mit einem Buchenanteil von 31 % wird der Staatswald der Verpflichtung zur Erhaltung der einheimischen Buchenwald-Ökosysteme besonders gerecht.

Die Altersstruktur hat sich in Richtung der höheren Altersklassen verschoben. Waren im letzten Fünf-Jahres-Bericht noch 50 % der Waldbestände jünger als 60 Jahre, so sind es heute nur noch 41 %. Der Anteil der Altbestände hat sich erhöht. Rund ein Fünftel des Waldes ist älter als 120 Jahre. Dennoch ist der saarländische Staatswald vor dem Hintergrund der Umwandlungs- und Aufforstungsmaßnahmen seit den Kriegen bis in die 70er Jahre nach wie vor ein Aufbaubetrieb.

Die Holzvorräte im Staatswald sind trotz anhaltender Belastung durch Klimastress und Kalamitäten angestiegen. Bei der Inventur 2018 betrug der Holzvorrat 358 m3 pro Hektar Waldfläche.

Der Staatswald ist nicht nur Rohstofflieferant und Erholungsort, er spielt auch als Arbeitgeber eine wichtige Rolle. Er bietet derzeit über 190 Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst. Darüber hinaus vergibt der SaarForst Landesbetrieb viele Arbeitsaufträge an Unternehmen in der Region. Im Auftrag des SaarForst arbeiten rund 80 Dienstleistungsbetriebe mit insgesamt 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zeitweise im Staatswald.

Jost: „Zudem können wir feststellen, dass sich das Personal deutlich verjüngt hat. Heute wird ein Drittel unserer Forstreviere von Kolleginnen und Kollegen geleitet, die erst nach 2015 ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Diese Verjüngung der Mitarbeiterschaft wird sich perspektivisch fortsetzen.“

Um die Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit der Wälder zu fördern hat das Umweltministerium einen 2019 „Masterplan für den Wald“ erstellt mit einer Reihe von Maßnahmen und Zielen, die fortwährend aktualisiert werden, Stichworte: Wiederbewaldung, weitere Erhöhung des Holzvorrates, Offensive zur Nutzung heimischen Holzes in langlebigen Produkten und im Bau.

„Der Aufwand für die Umsetzung dieser Maßnahmen ist, auch finanziell, erheblich. Zur Defizitabdeckung haben wir für die Jahre 2021 und 2022 in Höhe von 11 Millionen Euro Haushaltsvorsorge getroffen. Denn wir werden die Einnahmeverluste und Mehraufwendungen nicht durch einen erhöhten Holzeinschlag kompensieren. Wir geben unserem Wald die Luft, die er zum Atmen braucht“, betont der Minister.

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