Ohne eine einzige Gegenstimme hat der Landesausschuss der CDU Saar am Samstag in Saarbrücken den Landesvorsitzenden Stephan Toscani als Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 18. April 2027 nominiert. Gut ein Jahr vor dem Urnengang sendet die saarländische Union damit ein Signal, das vor allem nach innen wirken soll: Geschlossenheit, bevor der eigentliche Wahlkampf beginnt.
Mehr als 200 Delegierte und Gäste waren zusammengekommen, als Toscani das einstimmige Votum entgegennahm. In seiner Rede machte er deutlich, wie er die politische Lage im kleinsten Flächenland einschätzt – und wo er die CDU positionieren will. „Die SPD-Alleinregierung ist die erfolgloseste Regierung in der Geschichte unseres Landes“, sagte Toscani. „Unser Land braucht dringend Hoffnung und einen neuen Aufbruch.“
Der Landesvorsitzende skizzierte zwei zentrale Felder, auf denen er die Auseinandersetzung mit der regierenden SPD suchen will. Wirtschaftspolitisch forderte er einen klaren Fokus auf Mittelstand, Handwerk und Familienunternehmen, um die saarländische Ökonomie wieder auf Kurs zu bringen. In der Bildungspolitik verlangte er einen „grundlegenden Richtungswechsel“ – Kinder müssten „richtig Deutsch lernen“ und erfahren, „dass Leistung und Einsatz sich lohnen“.
Dass die Nominierung ohne jede Enthaltung oder Gegenstimme ausfiel, dürfte für Toscani auch persönlich Gewicht haben. „Dieses klare Signal unseres Landesausschusses bedeutet mir sehr viel. Für dieses Vertrauen danke ich von Herzen“, erklärte er vor den Delegierten. Er verwies auf die breite Basis, mit der er in den kommenden Monaten arbeiten wolle – von den Abgeordneten über Landräte und Bürgermeister bis hin zu den ehrenamtlich Engagierten in Partei und Kommunalpolitik.
Mit dem frühen Zeitpunkt der Nominierung verschafft sich die CDU Saar einen taktischen Vorteil. Während andere Parteien ihre personellen Weichen noch stellen müssen, kann Toscani bereits programmatische Akzente setzen und sich als Herausforderer der amtierenden SPD-Alleinregierung profilieren. Sein Ziel formulierte er dabei ohne jede Zurückhaltung: „Wir kämpfen gemeinsam für eine neue, CDU-geführte Landesregierung 2027, die unser Saarland wieder nach vorne bringt. Unser Ziel ist klar: Wir setzen auf Sieg!“
Ob die demonstrative Einigkeit vom Samstag über die kommenden zwölf Monate trägt, wird sich zeigen. Klar ist: Die saarländische CDU hat ihren Kurs festgelegt – und ihren Mann an der Spitze bestätigt. Der Wahlkampf an der Saar hat damit faktisch begonnen.




















