Stell Dir vor, der Frühling kommt, die Gartenarbeit stimmt die Menschen fröhlich, aber sie haben keine Möglichkeit ihren Grünschnitt zu entsorgen. Eine Aussicht, die für Homburg durchaus real werden könnte.

Bürgermeister Michael Forster (CDU) verwendete in der jüngst erstmals als Videokonferenz stattgefundenen Stadtratssitzung das Wort „Supergau“. Deshalb sei es notwendig, unbedingt eine dauerhafte Lösung für den Grünschnittplatz zu finden, der aktuell als ungenehmigtes Provisorium in der Industriestraße verortet ist. Ohne Genehmigung droht der Stadt die Schließung.

Vor diesem Hintergrund wollte die Grüne-Fraktion einen Sachstandsbericht der Verwaltung. Wie Winfried Anslinger rückblickend feststellte, sei man ja noch einmal auf den Stand September 2020 zurückgefallen, nachdem vom Bauauschuss das Vorhaben der Stadtverwaltung abgelehnt worden war, an der Remise einen neuen Grünschnittsammelplatz zu bauen. Wie berichtet schreckten den Ausschuss im Dezember die hohen Kosten von bald 700.000 Euro. Zudem zeigte sich in dem Zusammenhang, dass an der Remise die Straße ohne Kenntnis des Stadtrates verlängert und bezahlt wurde (wir berichteten). So hatte der Bauauschuss dem Neubauvorhaben nicht entsprochen. Das bedeutete, dass die Verwaltung sich weiter um die Genehmigung des derzeitigen Platzes an der Industrestraße bekümmern musste. Dazu mussten und müssen verschiedene Fachgutachten eingeholt werden, da das Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz Bedenken angemeldet hatte.

Seit Dezember sei die Verwaltung dabei, die entsprechenden Gutachten und Planunterlagen zusammenzutragen, versicherte der für Bauangelegenheiten zuständige Frank Missy dem Stadtrat. Missy machte deutlich, dass zum jetzigen Zeitpunkt für einen funktionierenden Grünschnittplatz mit 155.000 Euro zu rechnen sei. Wolle man ihn überdachen und komplett ausbauen wären am Standort Industriestraße etwa 550.000 Euro notwendig. Allerdings sei noch nicht absehbar, ob wegen erwartbarer Nachbarschaftsbeschwerden wegen Lärm-, Staub- und Geruchsbelastung nachgebessert werden müsse. Das könne unter anderem zu einem eingeschränkten Betrieb des Schredders führen, so dass auch die erforderliche Durchsatzleistung nicht gewährleistet sei. Anslinger verwies dennoch auf den Kostenunterschied zwischen 150.000 Euro Investition für einen genehmigten abgespeckten Grünschnittplatz und einen 700.000 Euro teuren Neubau. Auch die von Missy skizzierten Bedenken wegen möglicher Beschwerden mochte Anslinger nicht akzeptieren, weil es ja ohnehin ein Industriegebiet mit Lärm- und Umweltbelastungen sei. Missy seinerseits ließ den Rat wissen: „Ganz so positiv möchte ich es als Verwaltung nicht sehen. Was ist, wenn wir am Ende 150.000 Euro in den Sand gesetzt haben?“

Die neue Grünschnitt-Annahmestelle in der Neuen Industriestraße. – Bild: Jürgen Kruthoff

Trotz der Kontroverse versicherte Bürgermeister Forster: „Wir treiben die Sache jetzt auf jeden Fall voran. Wir sind als Stadt gezwungen einen Grünschnittplatz vorzuhalten.“ Dennoch bat er den Stadtrat, nicht alle Vorschläge abzulehnen. Umgekehrt lehnte er aber den Vorschlag Anslingers ab, am bestehenden Wertstoffzentrum die Grünschnittsammelstelle zu installieren. Sein Argument: Die ohnehin bereits hohe Verkehrsbelastung im Industriegebiet würde noch mehr zunehmen.

Markus Loew (AfD) regte an, einen möglichen Neubau an der Remise noch einmal in Ausschuss zu bringen, da es hierfür ja auch hohe Fördermittel geben würde. Das sei zwar ursprünglich auch die Intention der Stadt gewesen, „doch stehen wir unter dem Zwang so schnell wie möglich einen genehmigten Grünschnittplatz vorzuhalten“, so Forster.

 

 

 

Vorheriger ArtikelBesondere Auszeichnung für die Alte Schmelz als „Historischer Ort der Gemeinschaft“
Nächster ArtikelGemeinsame Aktion „One Billion Rising“ – Zeichen der Solidarität am 14. Februar

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte kommentieren sie.
Bitte geben sie ihren Namen ein.