Symbolbild

Schulen stehen seit Beginn der Pandemie besonders im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Masken- und Testpflicht, Wechselunterricht, Home-Schooling – die Bildungseinrichtungen müssen sich mit einer Vielzahl an ständig wechselnden Einschränkungen und Regelungen auseinandersetzen. Was bedeutet das für den Schulalltag? Und wie wirkt sich das Ganze auf Schüler und Lehrkräfte aus? HOMBURG1 hat an zwei Homburger Schulen nachgefragt.

Wer derzeit eine x-beliebige Schulklasse im Saarland besucht, dem springen die Auswirkungen der Pandemie sofort ins Auge. Denn wie in vielen anderen geschlossenen Räumen gilt dort eine Maskenpflicht. Kinder und Jugendliche müssen also permanent eine Maske tragen, während sie lernen, lesen und kommunizieren. Oder versuchen zu kommunizieren.

Denn gerade das, der Austausch mit dem Lehrer, aber auch mit den Mitschülern, wird durch das ständige Tragen der Maske deutlich erschwert. „Es ist super anstrengend“, stellt die Schulleiterin der Grundschule Einöd, Susanne Braul-Schönecker, fest. Sowohl für die Schüler, als auch für die Lehrkräfte, wie sie beobachten konnte. „Man muss sehr laut und deutlich sprechen, um überhaupt durchzudringen. Außerdem ist es nicht einfach die Kinder zu verstehen, wenn die eine Maske tragen.“ Das Unterrichten sei von daher für die Lehrkräfte sehr viel anstrengender geworden, gerade was die stimmliche Belastung angehe. Eine Beobachtung, die auch Barbara Neumann, die Direktorin der Robert-Bosch-Schule, gemacht hat. „Uns fehlt einfach die Mimik und Gestik.“ Manchmal könne man noch mit den Augen steuern, aber ansonsten falle alles weg. „Für die Lehrkräfte ist es somit deutlicher schwieriger, den Unterricht zu gestalten.“

Wenn schon die Erwachsenen Probleme mit den Masken im Unterricht haben, wie muss es dann erst den Kindern und Jugendlichen gehen, fragt man sich da natürlich. Da ist zunächst einmal der einfache Umstand, über Stunden eine Maske im Gesicht tragen zu müssen. Zwar zögen die Grundschulkinder die Maske nur selten komplett aus, weiß die Einöder Schulleiterin Braul-Schönecker zu berichten. „Sie neigen aber mal dazu, die Maske unter die Nase zu ziehen. Es ist schon so, dass man die Kinder immer wieder daran erinnern muss, wie man die Maske tragen muss.“ Generell akzeptierten die Schüler das Maskentragen jedoch. „Sie wissen eben, dass es nicht anders geht.“

Trotz aller Akzeptanz schlägt sich die Situation auch auf die Konzentrationsfähigkeit der Kinder nieder. Die lasse gegen Nachmittag spürbar nach, so Braul-Schönecker. „Wir merken, dass die Schüler dann unkonzentrierter und müder sind.“ Von daher könnten nicht mehr so viele Hausaufgaben aufgegeben werden, wie vor der Pandemie. Die schulischen Leistungen insgesamt seien jedoch nicht schwächer geworden. Das bestätigt auch Schulleiterin Neumann von der Robert-Bosch-Schule, die nur eine kleine Lücke im Übergang von der Grundschule zur Gemeinschaftsschule sieht. „Das ist aber kein großes Drama und kann aufgefangen werden.“

Die Robert-Bosch-Schule in Homburg – Bild: Stephan Bonaventura

Trotz aller Schwierigkeiten: Immerhin können die Schüler überhaupt in ihre Klassensäle. Das war schließlich lange Zeit nicht der Fall. Und so sehr Politiker auch beteuern, die Schulen sollten nicht wieder geschlossen werden, ein Restrisiko bleibt. Zumindest an der Robert-Bosch-Schule sieht man sich bezüglich neuer Schulschließungen aber gut vorbereitet. Nach dem ersten Lockdown habe man sich so aufgestellt, dass man sehr gut miteinander vernetzt sei, erklärt Schulleiterin Neumann. „Alle Schüler sind bei der Onlineschule Saar angemeldet, außerdem sind wir mit jedem Schüler über einen speziellen Messenger verbunden.“ So seien die Lehrer zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar. Außerdem könnten beispielsweise Tafelbilder online gestellt oder Aufgaben digital kommuniziert werden. Darüber hinaus könnten auch die Eltern mittels des elektronischen Klassenbuchs über aktuelle Geschehnisse informiert werden. „Wenn irgendwann noch einmal etwas käme, sind wir dementsprechend am Start“, ist Neumann zuversichtlich, dass die Gemeinschaftsschule im Zweifel auch eine erneute Schulschließung verkraften würde.

Ob eine solche noch einmal kommt, ist unklar. Wie so vieles in der Pandemie. Zumindest die von der Politik beschlossenen Regelungen sollten da Klarheit bringen. Doch für Grundschulleiterin Braul-Schönecker lässt die mitunter zu wünschen übrig. „Es ist manchmal einfach so, dass sie nicht eindeutig formuliert sind und man überlegen muss, wie das denn jetzt gemeint ist.“ Aber nicht nur die Formulierungen lassen bei Verantwortlichen in den Schulen Fragezeichen über dem Kopf aufleuchten. Auch in Bezug auf die Art der Regelungen wünscht man sich in Homburg mehr Klarheit. „Ich hätte gerne eine Wenn-Dann-Lösung. Also wenn das und das passiert, machen wir jenes“, schlägt Direktorin Neumann vor. „Es wäre schön, wenn man da einen Plan hätte, dass man individuell sagt, wenn an einer Schule so und so viele Prozent der Fälle positiv sind, dann geht man, zum Beispiel, in den Wechselunterricht.“ So könnten sich die Schulen besser auf die Regelungen einstellen.

Regelungen, die nicht immer nah an der Praxis seien, wie Braul-Schönecker sagt. „Ganz schwierig ist zum Beispiel die Zugangskontrolle für schulfremde Personen“, moniert sie. „Wir haben hier keine Fluchttüren. Das heißt, eigentlich kann jeder ins Haus kommen, ohne dass das jemand mitbekommt.“ Auch die ehemals geltenden Abstandsregelungen in den Fluren sei aufgrund der geringen Breite der Gänge kaum einzuhalten gewesen. Immerhin: Diese gilt mittlerweile nicht mehr. Wann das für die Maskenpflicht gilt, steht dagegen in den Sternen. So lange heißt es für Lehrer und Schüler, das Beste aus der schwierigen Situation zu machen.

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