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Ob im Urlaub schnell per App in Fremdwährung zahlen, einen Versicherungsschaden online melden oder mit wenigen Klicks in Aktien, Fonds oder Kryptowährungen investieren: Finanz-Start-ups haben den Alltag im Umgang mit Geld spürbar verändert. FinTech-Unternehmen gelten als wichtige Treiber für digitale Finanzangebote – und damit auch als Motor für Innovation in anderen Branchen. Doch aus Sicht der Branche ist Deutschland als Standort weiterhin wenig attraktiv.

Vor allem Bürokratie und Regulierung bremsen die Firmen aus. Rund 73 Prozent der befragten FinTechs sehen den Verwaltungsaufwand als größtes Wachstumshindernis. Ebenfalls 73 Prozent berichten von regulatorischen Hürden, 68 Prozent von hohen Compliance-Anforderungen. 58 Prozent geben an, dass Unsicherheiten beim Einsatz neuer Technologien ein Problem darstellen. Gleichzeitig erwarten 96 Prozent der Unternehmen, dass Künstliche Intelligenz den Markt in Zukunft prägen wird. Die Zahlen stammen aus der Studie „FinTechs in Deutschland“, die der Digitalverband Bitkom am 16. Januar 2026 in Berlin vorgestellt hat. Für die Untersuchung wurden 40 in Deutschland aktive FinTechs befragt.

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Neben der Bürokratie macht den Unternehmen auch der Zugang zu Kapital zu schaffen. 55 Prozent der FinTechs sind nach eigenen Angaben auf ausländische Geldgeber angewiesen. 70 Prozent wünschen sich mehr heimisches Venture Capital, während 58 Prozent Finanzierungen im Ausland als leichter erreichbar einschätzen. Die schwierigen Rahmenbedingungen hinterlassen Spuren: Nur 28 Prozent der Befragten würden bei einer erneuten Gründung wieder Deutschland als Standort wählen.

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst verweist auf die vergleichsweise geringe Zahl an Unternehmen in diesem Bereich. „Mit rund 700 FinTechs zählt Deutschland pro Kopf bereits jetzt deutlich weniger FinTechs als viele andere europäische Länder. Das zeigt: Der Standort Deutschland hat Aufholbedarf, bietet aber auch großes Wachstumspotenzial“, sagte Wintergerst. Als besonders belastend gilt den Firmen die Dauer von Lizenzierungsverfahren. Im Durchschnitt dauert der Prozess in Deutschland mehr als 2 Jahre und liegt damit im europäischen Vergleich deutlich über dem Schnitt. Nur 35 Prozent bewerten das deutsche Aufsichtsumfeld positiv, 78 Prozent nehmen es als innovationshemmend wahr.

Wintergerst sieht daher Handlungsbedarf bei der Ausgestaltung der Aufsicht. „Um den FinTech-Standort nachhaltig zu stärken, braucht es neben gesetzgeberischen Reformen auch spürbare Verbesserungen in der praktischen Ausgestaltung der Aufsicht. Planbarkeit und Transparenz müssen erhöht, der administrative Aufwand reduziert werden“, erklärte er. Bitkom leitet aus den Studienergebnissen fünf zentrale Forderungen ab: informelle Vorgespräche zur frühzeitigen Einschätzung von Lizenzanträgen, verbindliche Fristen und mehr Transparenz, feste Ansprechpartner und vollständig digitale Verfahren, einen behördenübergreifenden Datenaustausch inklusive zentraler Betrugsbekämpfung sowie einen intensiveren, strukturierten Dialog zwischen Aufsicht, Wirtschaft und Politik.

Die vollständige Studie mit weiteren Ergebnissen ist online abrufbar. Grundlage ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands durchgeführt hat. Befragt wurden 40 FinTech-Unternehmen, die in Deutschland aktiv sind. Die Erhebung fand im Zeitraum von Kalenderwoche 25 bis Kalenderwoche 38 im Jahr 2025 statt. Die Umfrage ist nicht repräsentativ, liefert nach Angaben des Verbands aber ein aussagekräftiges Stimmungsbild für den FinTech-Standort Deutschland.

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