Rund 100 Fachleute aus dem Öffentlichen Gesundheitsdienst haben sich am 24. März in Saarbrücken getroffen, um ein Thema zu durchdringen, das selten auf der Tagesordnung steht und gerade deshalb besondere Aufmerksamkeit verdient: den Umgang mit bioterroristischen Gefahrenlagen. Die sechste Fachtagung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes im Saarland trug den Titel „Gemeinsam handlungsfähig: Management bioterroristischer Gefahrenlagen im Saarland“ und rückte damit die Frage ins Zentrum, wie Behörden auf Szenarien reagieren können, die zwar unwahrscheinlich sind, im Ernstfall aber massive Folgen hätten.
Gesundheitsstaatssekretärin Bettina Altesleben machte in ihrem Grußwort deutlich, warum gerade die Seltenheit solcher Ereignisse kein Argument gegen intensive Vorbereitung sein darf. „Bioterroristische Szenarien sind glücklicherweise selten, können aber erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung und das öffentliche Leben haben. Gerade deshalb ist eine Vorbereitung wichtig“, sagte Altesleben zum Auftakt der Veranstaltung. Ihre Worte setzten den Rahmen für einen Tag, der ganz im Zeichen der Gefahrenabwehr stand.
Das Programm bündelte Expertise aus unterschiedlichen Bereichen. Vertreterinnen und Vertreter des Robert Koch-Instituts widmeten sich in ihren Vorträgen der Erkennung und Bewältigung bioterroristischer Ereignisse und beleuchteten, wie eine wirksame Zusammenarbeit aller beteiligten Gefahrenabwehrbehörden gelingen kann. Die Feuerwehr der Landeshauptstadt Saarbrücken stellte ihre Strukturen und Zuständigkeiten bei sogenannten CBRN-Lagen vor – also bei Einsätzen mit chemischen, biologischen, radiologischen oder nuklearen Gefahrstoffen. Einen konkreten Einblick in die Praxis lieferte das Gesundheitsamt Neunkirchen mit einem Fallbericht über einen Pulverfund, der die Herausforderungen solcher Situationen greifbar machte.
Ergänzt wurde das Tagungsprogramm durch einen Beitrag der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen aus Düsseldorf, die den Blick auf die Koordination bei Gesundheitskrisen lenkte. Wie Abläufe zwischen verschiedenen Akteuren ineinandergreifen müssen, damit im Ernstfall keine wertvolle Zeit verloren geht, war dabei eine der zentralen Fragen. Die Mischung aus übergeordneter Strategie und konkreter Fallarbeit gab der Tagung ein Profil, das über reine Theorie hinausging.
Altesleben nutzte die Veranstaltung auch, um den Beschäftigten der saarländischen Gesundheitsämter ausdrücklich zu danken. „Das Saarland setzt seit vielen Jahren darauf, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren im Gesundheits- und Bevölkerungsschutz kontinuierlich weiterzuentwickeln“, betonte die Staatssekretärin. „Mein Dank gilt allen Mitarbeitenden des Öffentlichen Gesundheitsdienstes im Saarland. Sie tragen mit ihrem Engagement maßgeblich zur Sicherheit aller Saarländerinnen und Saarländer bei.“ Worte, die angesichts der oft wenig sichtbaren Arbeit im öffentlichen Gesundheitswesen ein deutliches Signal der Wertschätzung sendeten.















