Symbolbild . Foto: coyot
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Wie schützt man Kinder und Jugendliche vor sexualisierter Gewalt, ohne sie zu verängstigen? Das Saarland setzt dabei weiterhin auf zwei interaktive Wanderausstellungen. Mit 20.000 Euro fördert das Ministerium für Bildung und Kultur auch 2026 die kostenfreie Ausleihe von „ECHT KLASSE!“ und „ECHT KRASS!“ an insgesamt 16 saarländischen Schulen. Getragen werden die Angebote von der Fachberatungsstelle „NELE“ des Kinderschutzbundes Ortsverband Saarbrücken.

Hinter beiden Ausstellungen steht die Überzeugung, dass Aufklärung früh beginnen muss. „Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, geschützt aufzuwachsen und ihre Grenzen selbstbestimmt wahrzunehmen und zu vertreten“, betont Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot. Prävention heiße, junge Menschen frühzeitig zu stärken, ihnen Wissen zu vermitteln und ihnen Mut zu machen, sich Hilfe zu holen.

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Die Ministerin sieht in den Ausstellungen einen wichtigen Baustein, um ein sensibles Thema altersgerecht und praxisnah in den Schulalltag zu holen. Profitieren sollen dabei nicht allein die Schülerinnen und Schüler. „Damit stärken wir nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Lehrkräfte und Eltern in ihrer Handlungssicherheit“, so Streichert-Clivot. Ergänzt werden die Formate deshalb durch Fortbildungen für Fachkräfte, Elternabende sowie umfangreiche Unterrichtsmaterialien.

Dass der Bedarf real ist, zeigen die Zahlen des Vorjahres. 2025 gastierte „ECHT KLASSE!“ an neun und „ECHT KRASS!“ an sieben Schulen im Saarland. Rund 3.300 Schülerinnen und Schüler nahmen teil, dazu wurden 145 Lehr- und Fachkräfte fortgebildet. In den begleitenden Informationsveranstaltungen erreichte NELE zudem 438 Eltern.

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Inhaltlich verfolgen beide Ausstellungen unterschiedliche Altersgruppen. „ECHT KLASSE!“ wendet sich an die Klassenstufen 2 bis 4. An sechs Stationen beschäftigen sich die Kinder mit Körpergrenzen, Gefühlen, Geheimnissen und Berührungen – und lernen, dass sie ein Recht auf Hilfe haben. Ziel ist es, ihr Selbstvertrauen zu festigen und sie darin zu schulen, Grenzverletzungen überhaupt zu erkennen.

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„ECHT KRASS!“ richtet sich hingegen an Jugendliche ab der achten Klasse. Hier stehen sexuelle Grenzverletzungen unter Gleichaltrigen im Mittelpunkt, ebenso wie die eigenen Rechte und passende Hilfsangebote. Themen wie Gruppendruck, Kommunikation in Beziehungen, Pornografie und rechtliche Grundlagen werden dabei altersgerecht aufgegriffen und mit den sozialen Kompetenzen der Teilnehmenden verknüpft.

Als Fachberatungsstelle ist NELE weit mehr als Ausstellungsträger. Die Einrichtung versteht sich als Anlauf- und Beratungsstelle für Mädchen und junge Frauen, die sexualisierte Gewalt erleben, und bietet parteiliche Unterstützung beim Umgang mit dem Erlebten. Auch Bezugspersonen finden dort Hilfe. Beratungsangebote gibt es neben Saarbrücken unter anderem in Homburg, Neunkirchen, Saarlouis, St. Wendel und Merzig.

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