Ein rundes Jubiläum verdient eine passende Bühne: Zum 45. Geburtstag des Kunstvereins Saar zeigt die Rathausgalerie St. Ingbert nun erstmals eine Gemeinschaftsschau der Künstlergruppe. Zur Vernissage am Donnerstagabend, 27. August, fanden sich zahlreiche Gäste ein. Bis Freitag, 16. Oktober, präsentieren 27 Künstlerinnen und Künstler dort insgesamt 48 Arbeiten in Öl-, Acryl- und Aquarellmalerei sowie in der Fotografie.
Albrecht Hauck, Beigeordneter für Kultur der Stadt St. Ingbert, begrüßte die Besucher und würdigte die Rathausgalerie als festen Ort für wechselnde Kunst. „Es ist immer wieder wichtig, wenn man hier durchgeht und alle drei Monate neue Bilder sieht: Das ist inspirierend“, sagte er. Für den Verein ist der Auftritt als geschlossene Gruppe an diesem Ort eine Premiere. Einzelne Mitglieder hatten hier zwar schon eigene Werkschauen gezeigt, darunter Margit Daut, Dorothee Willie und der langjährige Vorsitzende Theodor Fischer.
Die Bandbreite der Ausstellung ist bewusst breit angelegt. Kleinformatige Studien stehen neben großflächigen Acrylbildern, moderne und abstrakte Kompositionen treffen auf realistische Darstellungen von Landschaften, Gebäuden, Blumen und Menschen. Gleich im Eingangsbereich fangen die Pfingstrosen von Juliane Rabel den Blick, ergänzt durch grafische Arbeiten von Detlef Koch. Dagmar Berger lässt mit ihrer Spachteltechnik ganze Gebirgslandschaften plastisch aus der Fläche treten.
Fotorealistische Ölgemälde steuert das langjährige Mitglied Günther Baus bei. Mit zwei Arbeiten ist zudem die Fotokunst vertreten, die Rita Naumann einbringt. So entsteht ein Querschnitt, der die Vielfalt des Vereins in Technik und Motiv gleichermaßen abbildet.
Die Geschichte hinter der Gruppe reicht weiter zurück, als der Name heute vermuten lässt. Gegründet wurde der Verein 1981 von Beschäftigten des Post- und Fernmeldewesens, damals noch als „Postfreizeitclub für bildende Künste“. 1989 folgte der Eintrag als gemeinnütziger Verein in das saarländische Vereinsregister. In den Jahren danach knüpfte man Kontakte zu weiteren Post-Kunstvereinen im In- und Ausland, unter anderem nach Karlsruhe, Bamberg und Nantes.
Mit der Privatisierung der Deutschen Bundespost fielen die bisherigen Unterstützungsleistungen als betriebliche Sozialeinrichtung weg. Der Verein öffnete sich daraufhin auch für Menschen ohne Post-Hintergrund und benannte sich in Kunstverein Saar um. Seit 2024 steht Edelgard Müller an der Spitze. Heute zählt der Verein 84 Mitglieder aus dem Saarland, Frankreich und Rheinland-Pfalz.
Zu sehen ist die Schau im ersten Obergeschoss des Rathauses St. Ingbert. Geöffnet ist von Montag bis Mittwoch von 8 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr. Der Eintritt ist frei.


















