Symbolbild

Immer mehr Eltern nehmen für ihre Kinder Krippen- und Kitaplätze in Anspruch, der Bedarf wächst – und damit der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften. Das belegt auch das in diesem Jahr erstmals von der Bertelsmann-Stiftung im Rahmen des „Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme“ veröffentlichte „Fachkräfte-Radar“. Die Studie bescheinigt dem Saarland eine vergleichsweise gute Personalsituation an den Kitas, markiert aber auch bestehende Entwicklungsbedarfe.

Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot erklärt hierzu: „Wir haben in den vergangenen Jahren die frühkindliche Bildung und Betreuung im Saarland deutlich vorangebracht, es bleibt aber viel zu tun. Um Familien zu entlasten und allen Kindern einen guten Zugang zur Kita zu ermöglichen, werden wir bis 2022 die Kita-Elternbeiträge halbieren. Mein Ziel bleibt darüber hinaus ganz klar die Beitragsfreiheit – das ist neben dem Ausbau der Kita-Plätze ein wichtiger Hebel, um mehr Kindern den Kita-Besuch zu ermöglichen.“

Mit dem neuen Saarländischen Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsgesetz werde man schwerpunktmäßig die Personalsituation in den Kitas verbessern. Dafür brauche man auch attraktive Ausbildungsangebote. „Mit der vergüteten Praxisintegrierten Erzieherausbildung haben wir bereits einen Meilenstein erreicht, wir werden sie jetzt noch besser machen. Aber auch mit der berufsbegleitenden Ausbildung und der Ausbildung in Teilzeit, die ab dem Schuljahr 2021/22 am Sozialpflegerischen Berufsbildungszentrum Saarbrücken erstmals angeboten werden, wollen wir mehr Menschen für die wichtige Arbeit in unseren Kitas gewinnen“, so Streichert-Clivot.

Im neuen Saarländischen Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsgesetz soll insbesondere  die Personalsituation der Kitas verbessert werden. Unter anderem soll es mehr Personal pro Gruppe geben. Hauswirtschaftskräfte und angehende Fachkräfte in der Ausbildung sollen außerhalb des allgemeinen Personalschlüssels berücksichtigt werden können. Auch ist gesicherte Zeit für Vor- und Nachbereitung der Arbeit in der Gruppe und für die entsprechende Praxisanleitung vorgesehen. Für die Anleitung angehender Fachkräfte im Rahmen ihrer Ausbildung oder Praktika soll eine Freistellung von der Gruppenarbeit möglich sein. Wie viele Wochenstunden für die Anleitung angehender Fachkräfte im Rahmen ihrer Ausbildung oder Praktika möglich sind, dazu gibt es derzeit mit dem saarländischen Finanzministerium intensive Gespräche. Geplant ist der Gesetzesbeschluss für den Beginn des Jahres 2022.

Insgesamt stehen mittlerweile saarlandweit rund 6.600  Krippenplätze (2012: rund 4.000) und 28.102  Kindergartenplätze (2012: 27.605) zur Verfügung. Auch die Plätze für die Erzieherausbildung wurden stark erhöht, allein in den letzten vier Jahren jährlich im Durchschnitt um zirka zehn Prozent.

Im Schuljahr 2020/2021 wurden an den vier öffentlichen Fachschulen für Sozialpädagogik rund 1.200 Personen und an den beiden privaten Fachschulen rund 580 Personen zu staatlich anerkennten Erziehern ausgebildet. Hinzu kommen die rund 280 staatlich anerkannten Kinderpfleger, die an den drei Berufsfachschulen für Kinderpflege ausgebildet werden.

Alle Ergebnisse des Ländermonitors sind unter https://www.laendermonitor.de/de/report-profile-der-bundeslaender/uebersicht veröffentlicht.

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