Freuen sich auf die Saisoneröffnung beim Römermuseum 8v.l.n.r.): Monika Link alias Kammerzofe Henrietta, Sabine Emser, der Geschäftsführer der Stiftung Römermuseum Homburg Schwarzenacker, Philipp Scheidweiler und Jutta Schwan. Bild: Bill Titze.
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Zwei Jahre waren auch im Römermuseum nur eingeschränkt Veranstaltungen möglich, nun möchte man in Schwarzenacker wieder voll durchstarten. Seit dieser Wochen sind die Pforten für den Publikumsverkehr wieder geöffnet, schon bald finden die ersten Veranstaltungen statt. Dabei soll ein Themenbereich deutlich stärker in den Mittelpunkt rücken.

Im Römermuseum geht es um die Römer. Klar. Doch ein Blick in den Veranstaltungskalender für die Saison 2022 zeigt: In Schwarzenacker hat man im Jahr 2022 noch viel mehr zu bieten. Da geht es nämlich auch um „Barock für Frühaufsteher“ oder „Die Stehrümchen des Barock“. Etwas, mit dem man sich im Römermuseum bisher nicht unbedingt beschäftigte. Und doch soll genau diese Zeit, der Barock, in Zukunft deutlich stärker bespielt werden, wie bei der Programmvorstellung für das Jahr 2022 deutlich gemacht wurde.

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„Das Edelhaus, in dem wir uns befinden ist ein barockes Gebäude und wir haben auch die Gemäldesammlung aus Schloss Karlsberg“, erklärt der Geschäftsführer der Siebenpfeiffer-Stiftung, Philipp Scheidweiler, wieso man im Römermuseum in Zukunft auch viel über die Zeit von Ludwig XIV. und Co. hören wird. „Wir wollen einfach stärker in die Köpfe bringen, dass der Barock hier auch eine wichtige Rolle spielt.“

Dafür hat sich das Museum unterhaltsame Unterstützung mit ins Boot geholt. Mit Monika Link alias „Kammerzofe Henrietta“ wird nämlich die für ihre Karlsbergtouren bekannte Dienerin Herzogs Karls II. August einige von sieben Barock-Veranstaltungen gestalten. „Eigentlich bin ich ja zur Verschwiegenheit verpflichtet, aber ich werde alles verraten, was ich damals erlebt habe. Da wird es beispielsweise über die Tücken der damaligen Hofkleider gehen, die ja eine raumgreifende Breite hatten“, blickt die Kammerzofe augenzwinkernd voraus.

Während „Henrietta“ die Lachmuskeln ordentlich strapazieren dürfte, ist Dr. Jutta Schwann für die wissenschaftliche Einordnung zuständig. Die Kunsthistorikerin, die ihre Doktorarbeit über das Schloss Karlsberg geschrieben hat, wird sich unter anderem mit der Gartenkunst im Barock beschäftigen. „Generell wird es bei den Vorträgen um das tägliche Leben auf Schloss Karlsberg gehen.“

Die Kunsthistorikerin Jutta Schwan (l.) und Monika Link alias Kammerzofe Henrietta (r.) haben sich einiges einfallen lassen, um Interessierte unterhaltsam über das Thema Barock zu informieren. Bild: Bill Titze

Aber natürlich ist das nur die eine Seite der Medaille. Weiterhin wird ohne Frage das Römer-Thema eine große Rolle nehmen. So werden 2022 ebenfalls wieder Veranstaltungen wie die „Küchenschlacht am Römerherd“ oder das bei Kindern beliebte Sommerferienprogramm angeboten. „Bei diesen Aktionen merkt man immer wieder, dass das Museum zum Mitmachen die Menschen sehr begeistert“, freut sich Geschäftsführer Scheidweiler auf solche Erlebnis-Veranstaltungen.

Die Freude ist nicht zuletzt auch deshalb so groß, weil in den vergangenen zwei Jahren pandemiebedingt letztlich nur ein beschränkter Betrieb möglich war. So wanderte man wie die gesamte Kulturszene von Lockdown zu Lockdown. Im letzten Jahr kamen so 7.000 Besucher zusammen. „Das war schon noch okay, aber nicht zu vergleichen mit den Jahren vor der Pandemie“, sagt Scheidweiler. Damit es in Zukunft wieder deutlich mehr Besucher gibt, wird in diesem Jahr ein weiteres neues Angebot geschaffen: die Möglichkeit, freie Trauungen im Barockgarten durchzuführen. „Jede Hochzeitsgesellschaft bietet für uns die Chance, Menschen ins Museum zu bringen, die noch nicht hier waren“, so der Geschäftsführer.

Möglicherweise schauen diese dann auch im frisch renovierten Römercafé vorbei, das seine Pforten am 1. April öffnen wird. Zwei Jahre war dieses ohne Pächter, nun wurde endlich einer gefunden. Einen mittleren fünfstelligen Betrag habe man von Seiten der Stiftung investiert, um das Café wieder auf Vordermann zu bringen, berichtet Scheidweiler. „Für uns ist es wichtig, dass wir das Museum insgesamt zu einem Begegnungsort machen. Da ist es einfach gut, ein Café zu haben, wo die Menschen auch öfter hingehen.“ Außerdem erwarte man sich Synergieeffekte. So könnten Veranstaltungen beispielsweise im Hof des Römercafés stattfinden. Ein weiterer Grund für die Homburger also, „ihrem“ Römermuseum in diesem Jahr mal wieder einen Besuch abzustatten.

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Diese Veranstaltungen sind im Römermuseum dieses Jahr geplant:

Dienstag, 8. März, 19 Uhr: Barock für Frühaufsteher

Donnerstag, 7. April, 19 Uhr: Le Jardin oder die Zähmung der Natur

Donnerstag, 14. April, 12 Uhr: Osterrallye mit Überraschung

Donnerstag, 5. Mai, 19 Uhr: „Gut betucht“. Ein Leben ohne Gummiband und Reißverschluss

Sonntag, 15. Mai, 14.45 Uhr und 16.45 Uhr: Mord im Edelhaus. Sein letztes Mahl einmal zu viel

Samstag, 21. Mai, 11 Uhr: Küchenschlacht am Römerherd

Donnerstag, 2. Juni, 19 Uhr: Von der Kunst Wild zu essen

Freitag, 3. Juni, 17 Uhr: DipTrip in die Römerzeit

Donnerstag, 7. Juli, 19 Uhr: Die Stehrümchen des Barock

Dienstag, 26. Juli, 11 Uhr: Ferien-Special Family Fun, jede Woche in den Sommerferien

Samstag, 3. September, 11 Uhr: Küchenschlacht am Römerherd

Donnerstag, 8. September, 19 Uhr: Waldeslust und Herbstgeschichten

Sonntag, 11. September, 14.45 Uhr und 16.45 Uhr: Mord im Edelhaus. Sein letztes Mahl einmal zu viel

Freitag, 16. September, 17 Uhr: DipTrip in die Römerzeit

Donnerstag, 20. Oktober, 19 Uhr: Mord aus zarter Hand. Cherchez la femme

Samstag, 29. Oktober: Fiat Lux, 15 Uhr Laternenbasteln, 18.45 Uhr Lichterzug

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