Wer am letzten Aprilwochenende auf die Autobahn will, braucht vor allem eines: Geduld. Der ADAC warnt vor einem der staureichsten Wochenenden des gesamten Frühjahrs rund um den Tag der Arbeit am 1. Mai. Schon am Donnerstag, dem 30. April, dürfte sich auf Deutschlands Fernstraßen kaum noch etwas bewegen – denn Millionen Autofahrer nutzen das verlängerte Wochenende traditionell für Kurztrips, Familienbesuche oder Ausflüge ins Grüne.
Besonders kritisch wird es nach Einschätzung des Automobilclubs am Donnerstagnachmittag und -abend sowie am Freitagvormittag. In den vergangenen Jahren zählte der Tag vor dem Maifeiertag regelmäßig zu den stauintensivsten des gesamten Jahres. Die Hauptlast tragen dabei die Routen in Richtung Alpen und an die Küsten, aber auch Strecken rund um Ballungsräume und Veranstaltungsorte geraten an ihre Kapazitätsgrenzen. In Stuttgart etwa sorgt der Cannstatter Wasen noch bis zum 10. Mai für zusätzlichen Besucherverkehr und erheblichen Parkdruck, während andernorts Frühlingsfeste ebenfalls Menschenmassen anziehen.
Die Liste der besonders staugefährdeten Strecken liest sich wie ein Verzeichnis der wichtigsten deutschen Fernverbindungen. Betroffen sind unter anderem die A1 zwischen Fehmarn und Osnabrück, die A7 von Flensburg bis Füssen, die A8 zwischen Karlsruhe und Salzburg sowie die A9 von Berlin nach Halle und Leipzig. Auch auf der A3 zwischen Arnheim und Frankfurt, der A5 von Kassel bis Basel und der A6 zwischen Mannheim und Nürnberg rechnet der ADAC mit erheblichen Verzögerungen. Hinzu kommen stark belastete Abschnitte auf der A2, A4, A12, A44, A45, A61, A81, A96 und dem Münchner Autobahnring A99.
Bei besonders starkem Andrang können in Deutschland sogenannte Abfahrtssperren aktiviert werden. Davon betroffen wären insbesondere die A7 im Landkreis Ostallgäu, die A8 in den Landkreisen Rosenheim, Berchtesgadener Land und Miesbach, die A93 im Inntal sowie die B2 und B23 im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. In Österreich sind derzeit keine solchen Sperren geplant, sie können bei Bedarf allerdings kurzfristig wieder eingeführt werden. Etwas Entlastung bringen die Lkw-Fahrverbote am Freitag und Sonntag, die auf einzelnen Strecken für freiere Fahrt sorgen dürften.
Jenseits der deutschen Grenzen bleibt die Lage ebenfalls angespannt. In Österreich bremsen Baustellen auf der A10 Tauern-Autobahn, der A12 Inntal-Autobahn und der A13 zwischen Innsbruck und dem Brennerpass den Verkehrsfluss. Die Schweiz meldet hohe Belastungen auf der A1 zwischen Bern, Zürich und St. Margrethen, auf der A2 zwischen Luzern, Basel, Gotthard und Chiasso sowie auf der A3 zwischen Basel, Zürich und Chur. In Norditalien gelten die A22 Brennerroute und die Straßen durch das Puster-, Grödner- und Gadertal sowie den Vinschgau als besonders stauanfällig.
Zusätzlichen Druck auf die Straßen erzeugt das Ferienende in den Niederlanden am 3. Mai, das Ende der Ferien in einigen Regionen Frankreichs sowie laufende Schulferien in einzelnen Schweizer Kantonen. Wer aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehrt, muss zudem weiterhin mit Wartezeiten an den Grenzen rechnen, da die Grenzkontrollen nach wie vor in Kraft sind.
Der Rückreiseverkehr setzt voraussichtlich am Sonntagnachmittag ein, bleibt aber nach Einschätzung des ADAC moderater als der Aufbruch am Donnerstag und Freitag. Verursacht wird er vor allem durch Tagesausflügler und Kurzurlauber, die rechtzeitig vor dem Wochenstart wieder zu Hause sein wollen. Wer zeitlich flexibel ist, fährt am besten in den frühen Morgenstunden oder weicht auf den Samstagvormittag aus – dann sind die Chancen auf eine halbwegs entspannte Fahrt am größten.



















