Ankunft von Frauen aus dem Lager Noé in Gurs an einem regnerischen Tag im März 1941. - Foto: Maurice Laügt, 4.3.1941, Mémorial de la Shoah, Coll. Maurice Laügt, Eva Laügt, MLXV 181

Am 22. Oktober 1940 wurden 6500 Jüdinnen und Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland in das französische Internierungslager Gurs am Rand der Pyrenäen deportiert. Aus dem Saarland wurden an diesem Tag 134 Menschen verschleppt. Die Ausstellung „Gurs 1940“ dokumentiert dieses Ereignis und seine Hintergründe aus überregionaler Perspektive.

Sie eröffnet heute, am Tag des israelischen Nationalfeiertages und Gedenktages für die Opfer der Shoa „Jom haScho’a“, auf Landesebene und steht darüber hinaus allen Interessierten im Internet unter www.gurs1940.de zur Verfügung.
Erstellt wurde die Ausstellung von der Berliner Bildungs- und Gedenkstätte „Haus der Wannsee-Konferenz“ im Auftrag der Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland sowie der „Arbeitsgemeinschaft badischer Städte und des Bezirksverbands Pfalz zur Unterhaltung und Pflege des Deportiertenfriedhofs in Gurs“. Das Ausstellungsprojekt wird vom Auswärtigen Amt unterstützt und steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

„Die Schicksale der in Gurs internierten Menschen berichten von Emigration und Deportation, vom Leben und Überleben, aber auch vom Tod. Die Geschichte des Lagers Gurs ist ein elementarer Bestandteil der Geschichte des NS-Regimes in unserem Bundesland. Die Ausstellung der Bildungs- und Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz ergänzt mit ihrem überregionalen Blickwinkel auf wertvolle Weise die vorhandenen Forschungsergebnisse und Vermittelungsangebote im Saarland, wie sie auf der Internetplattorm der Landeszentrale für politische Bildung www.gurs.saarland zusammengetragen werden“, unterstreicht die saarländische Ministerin für Bildung und Kultur des Saarlandes, Christine Streichert-Clivot, die gesellschaftspolitische und erinnerungspädagogische Bedeutung der Ausstellung „Gurs 1940“.

Die Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes hat im Auftrag von Ministerin Streichert-Clivot von der Ausstellung sechs Ausführungen im Fomat DIN A1 anfertigen lassen. Diese werden jeweils den fünf saarländischen Landkreisen und dem Regionalverband Saarbrücken für den dauerhaften flexiblen Gebrauch kostenlos überlassen.

Im Saarpfalz-Kreis ist sie erstmals im Stadtarchiv Homburg, Kaiserstraße 41, vom 8. April bis 16. Juli zu sehen. Landrat Dr. Theophil Gallo und Bürgermeister Michael Forster laden die Bevölkerung herzlich zur Besichtigung ein. „Ich danke der Stadt Homburg, dass sie sozusagen die Vernissage übernimmt und freue mich, wenn später auch alle Kommunen des Saarpfalz-Kreises diese besondere Ausstellung für ihre Bürgerinnen und Bürger präsentieren. Es ist unsere Pflicht, das Andenken an die Menschen zu wahren, die unter den Gräueltaten des NS-Regimes leiden mussten und ihr Leben verloren“, betont Landrat Dr. Theophil Gallo.

Homburgs Bürgermeister Michael Forster führt aus: „Die Geschichte des Lagers Gurs wird immer auch mit dem Saarland verbunden sein. Ursprünglich war die Eröffnung der Ausstellung „Gurs 1940“ bereits im vergangenen Herbst, anlässlich des 80. Jahrestages der Deportationen, geplant. Ich bin sehr froh, dass wir sie jetzt im Homburger Stadtarchiv trotz der Pandemie anbieten können und bedanke mich bei allen, die dies ermöglicht haben. Es ist wichtig, dass alle Bürgerinnen und Bürger, vor allem auch die Schulklassen Zugang zu solchen Informationen erhalten, damit diese dunkle Seite unserer Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät. Das sind wir den Opfern schuldig.“

Im Stadtarchiv Homburg können die 29 Tafeln zu folgenden Öffnungszeiten besichtigt werden: ohne Voranmeldung mittwochs von 14 bis 18 Uhr und donnerstags von 9 bis 13 Uhr; nach Voranmeldung über Tel. (06841) 994625 oder E-Mail stadtarchiv@homburg.de von Montag bis Donnerstag von Montag bis Donnerstag von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 14 Uhr. Es wird um Verständnis gebeten, dass der Besuch der Ausstellung nur unter Einhaltung der aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen möglich ist.

 

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