Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger bei einer Podiumsdiskussion mit Paolino Mangione, Teamleiter HR Steag GmbH, und Christine Woll, Geschäftsführerin der Woll Maschinenbau GmbH. Bild: MWAEV

Die Unternehmen im Saarland, aber auch ihre Beschäftigte für die wachsende Bedeutung der betrieblichen Qualifizierung und Weiterbildung zu sensibilisieren – das ist das Ziel der Kampagne „Aufstieg durch Weiterbildung“. Nun fand auf Einladung von Wirtschaftsministerin Rehlinger die digitale Auftaktveranstaltung „Fit für die Zukunft – die Bedeutung beruflicher Weiterbildung“ mit rund 400 saarländische Unternehmen statt.

Im Zentrum steht nicht nur die gezielte Ansprache und Unterstützung von Unternehmen und Beschäftigten, sondern auch die Bewerbung des in diesem Mai neu gestarteten Weiterbildungsportals Saarland. Aufgebaut wurde die Plattform von der Arbeitskammer des Saarlandes gemeinsam mit dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr und dem Ministerium für Bildung und Kultur im Auftrag des Zukunftsbündnisses Fachkräfte Saar.

Das Weiterbildungsportal bietet einen umfassenden Überblick über das regionale Angebot an Weiterbildungsveranstaltungen, Förderprogramme, Beratungsstellen, Kontaktpersonen und vieles mehr. Das Angebot richtet sich sowohl an Arbeitnehmer als auch an Betriebe sowie Anbieter von Weiterbildungskursen. Mit der Weiterbildungsplattform wolle man „transparent und bedienerfreundlich alle Qualifizierungsangebote auf einen Blick darstellen und so auch den Zugang zu Weiterbildung vereinfachen“, so Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger. Neben dem Weiterbildungsportal steht auch die nachhaltige Ansprache der Zielgruppen im Vordergrund der Kampagne.

„Nie war die betriebliche Weiterbildung so wichtig wie heute“, so die Ministerin. „Der Strukturwandel, ebenso wie der demografische Wandel verschärfen den Fachkräftemangel in unseren Betrieben zusehends. Hinzu kommt die stetig schneller werdende digitale Transformation. Wenn Betriebe jetzt nicht in die Weiterbildung und Qualifizierung ihrer Beschäftigten investieren, verlieren sie irgendwann den Anschluss. Gerade den kleinen und mittleren Unternehmen wollen wir hier unter die Arme greifen. Daher sprechen wir sie gezielt an und vermitteln Wissen zur Förderkulisse, aber auch zu Projekten wie dem Weiterbildungsverbund Saarland. Es gibt bereits ein gutes Angebot und ein gutes Netzwerk dahinter – die Unternehmen müssen es aber auch nutzen.“

Besonderes Augenmerk der Veranstaltung: Der Einfluss der digitalen Transformation auf die berufliche Weiterbildung. Über ihre Auswirkungen sprach Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB in Bonn). Dr.-Ing. Frederic Raber, Projektleiter am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) präsentierte die Aktivitäten des Regionalen Zukunftszentrums für KI und digitale Transformation Saarland und Rheinland-Pfalz (RZzKI) und erläuterte die Einführung und Umsetzung von KI- und Digitalisierungsthemen in Betrieben. Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer des Saarlandes, stellte den Weiterbildungsverbund Saarland vor. Ziel des Weiterbildungsverbundes ist es, Weiterbildung und Qualifizierung für bestimmte Branchen und Arbeitsfelder koordiniert zu gestalten und zu bündeln.

Im Anschluss sprach Wirtschaftsministerin Rehlinger bei einer digitalen Podiumsdiskussion mit Paolino Mangione (Teamleiter HR Steag GmbH) und Christine Woll, Geschäftsführerin der Woll Maschinenbau GmbH, über die Rolle der Arbeitgeberseite bei der betrieblichen Qualifizierung, aber auch darüber, welche Faktoren für Unternehmen einen Hemmschuh darstellen können.

„Mit Fort- und Weiterbildungen wird das Wissen im Unternehmen gesteigert und die Arbeitnehmer:innen können sich weiterentwickeln und werden sich in ihren Stärken mehr engagieren,“ so Christine Woll. Auch Paolino Mangiono betonte, wie wichtig die betriebliche Weiterbildung für den Ausbau individueller sowie für die Stärken des jeweiligen Unternehmens insgesamt ist: „Eine stetige strategische Erfolgsposition als Unternehmen, setzt ein stets aktuelles spezifisches Kompetenzspektrum voraus. In Zeiten der digitalen Transformation und der stetig geringer werdenden Halbwertzeit von Wissen nimmt die Bedeutung eines kontinuierlichen Lernens im gesamten Berufsleben immer mehr zu. Dies fußt idealerweise auf einer fundierten Berufsausbildung und wird durch strategische und strukturierte Personalentwicklung entlang individueller Potentiale und persönlicher Interessen der Mitarbeiter umgesetzt.“

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