Im Saarbrücker Wissenschaftsbetrieb steht ein weiterer personeller Wechsel mit Signalwirkung an: Zum Jahresbeginn 2026 übernimmt der Informatiker André Brinkmann eine Professur für Hochleistungsrechnen an der Universität des Saarlandes. Der ausgewiesene Experte für High-Performance Computing wechselt von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz nach Saarbrücken und soll dort eine zentrale Rolle beim weiteren Ausbau der leistungsstarken Recheninfrastruktur spielen.
Die formale Ernennung erfolgte in dieser Woche im saarländischen Ministerium der Finanzen und für Wissenschaft. Dort erhielt Universitätsprofessor Dr.-Ing. André Brinkmann seine Ernennungsurkunde zum Universitätsprofessor an der Universität des Saarlandes. Der Amtsantritt ist zum 1. Januar 2026 vorgesehen.
Brinkmann hat Ingenieur-Informatik an der Universität Paderborn studiert. An derselben Hochschule promovierte er anschließend an der Schnittstelle zwischen theoretischer und praktischer Informatik. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit verteilten Algorithmen für das Routing und die Datenplatzierung in sogenannten adversarialen Netzwerken, also in Umgebungen, in denen mit Störungen oder Angriffen gerechnet werden muss.
Nach der Promotion folgte eine Postdoc-Phase in Paderborn, bevor Brinkmann dort eine Juniorprofessur für Informatik übernahm. Parallel dazu leitete er das Paderborn Center for Parallel Computing (PC2), ein Zentrum, das sich mit parallelen Rechenverfahren und Hochleistungsrechnen befasst. Im Jahr 2011 wechselte er auf eine W3-Professur an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Dort war er nicht nur in Forschung und Lehre aktiv, sondern übernahm zusätzlich die Leitung des Universitätsrechenzentrums.

Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in der Entwicklung effizienter Algorithmen für Hochleistungsrechnen und Cloud Computing sowie für skalierbare Speichersysteme. Zu den Ergebnissen seiner Arbeit zählen optimierte Dateisysteme, intelligente Caching-Strategien und neue Speicherarchitekturen. Diese sollen die Leistungsfähigkeit und Energieeffizienz künftiger Exascale-Systeme und GPU-basierter Cluster verbessern, also jener Systeme, die enorme Datenmengen in sehr kurzer Zeit verarbeiten können.
Gefördert wird Brinkmanns Forschung regelmäßig durch große nationale und europäische Programme. Unterstützt wird er unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie durch Förderprogramme der Europäischen Union. Die kontinuierliche Förderung unterstreicht die Bedeutung seiner Arbeiten für die Weiterentwicklung moderner Rechentechnologien.
An der Universität des Saarlandes übernimmt Brinkmann künftig eine Professur für Hochleistungsrechnen und zugleich die wissenschaftliche Leitung des neu gegründeten „Centers for Scientific and High-Performance Computing“ (CSHPC). Das Zentrum soll als Anlaufstelle für wissenschaftliches Rechnen und anspruchsvolle Datenanalysen dienen und unterschiedliche Fachrichtungen zusammenbringen.
Zusätzliche Impulse für seine Forschung erwartet Brinkmann insbesondere aus der engen Zusammenarbeit mit dem Saarland Informatics Campus (SIC), der mit seiner starken Position in der KI-Forschung bundesweit Beachtung findet. Wichtige Anregungen erhofft er sich außerdem von den vielfältigen Nutzergruppen des CSHPC, die mit ihren Anforderungen konkrete Fragestellungen an das Hochleistungsrechnen herantragen und so neue Forschungsprojekte anstoßen können.

















