Foto: Laura Glücklich/ UKS

Wer schwer erkrankt, sieht die Medizin mit anderen Augen. Diese Perspektive soll künftig direkt in die Krebsbehandlung am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg einfließen. Dafür wurde Ende Juni ein Patientenbeirat gegründet, der die Arbeit des Universitätsmedizinischen Zentrums für Tumorerkrankungen (UTS) begleiten wird.

Die Idee dahinter ist klar: Menschen, die selbst oder im engsten Umfeld mit einer Krebserkrankung konfrontiert waren, bringen Erfahrungen mit, die kein Lehrbuch vermittelt. Genau diese Sichtweise soll das Tumorzentrum bei seinen Entscheidungen künftig mitdenken, um die Bedürfnisse von Betroffenen und deren Angehörigen noch stärker in den Mittelpunkt der onkologischen Versorgung zu rücken.

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„Wir freuen uns sehr darüber, dass wir für den UTS Patientenbeirat namhafte Persönlichkeiten gewinnen konnten“, sagte Prof. Dr. Erich-Franz Solomayer bei der offiziellen Gründung. Die Mitglieder hätten allesamt tiefgreifende Erfahrungen mit schweren Krebserkrankungen gesammelt, so der Sprecher des UTS und Direktor der Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin am UKS. Diese persönliche Betroffenheit verbinde sich bei ihnen mit fachlicher Expertise.

Für fünf Jahre bestätigte der Klinikvorstand fünf Persönlichkeiten: die Hausärztin Dr. Maria Cacacciola-Ketter, zugleich erste Vorsitzende des Vereins Miteinander gegen Krebs, den Medizinethiker Prof. Dr. Wolfram Henn, Leiter der Humangenetischen Beratungsstelle in Homburg, die Landtagsabgeordnete Sevim Kaya-Karadağ, den früheren Präsidenten der Universität des Saarlandes Prof. Dr. Volker Linneweber sowie den Minister a.D. Peter Strobel.

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Mindestens zweimal im Jahr wird das Gremium mit der Zentrumsleitung zusammenkommen. Seine Rolle ist ausdrücklich beratend. Es soll das Tumorzentrum bei der Entwicklung von Strategien und Strukturen ebenso unterstützen wie bei wissenschaftlichen Projekten und in der klinischen Forschung. Auch die Verbindung zur Landespolitik und die Außendarstellung des UTS gehören zu den Aufgaben, ebenso wie die Vernetzung mit anderen Patientenbeiräten.

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Das UTS gilt als größtes Tumorzentrum im Saarland. Es bündelt 13 Organkrebszentren und weitere interdisziplinäre Einrichtungen am UKS und ist seit 2021 durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert. Behandelt wird nach den geltenden Leitlinien in hochspezialisierten Abteilungen, ergänzt durch zahlreiche Spezialambulanzen für sämtliche onkologischen Erkrankungen. Die Stärkung der Patientensicherheit zählt dabei zu den zentralen Anliegen.

Darüber hinaus wendet sich das Zentrum mit kostenlosen Informationsveranstaltungen an Erkrankte, Angehörige und alle Interessierten. Im Fokus stehen Vorsorge, Früherkennung, moderne Therapien und Unterstützungsangebote, häufig in Zusammenarbeit mit regionalen Selbsthilfegruppen. Wer sein Krebsrisiko senken oder sich über Vorsorgeuntersuchungen informieren möchte, findet dort entsprechende Vorträge. Weitere Informationen gibt es unter www.uks.eu/uts.

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