Bild: Stephan Bonaventura

Was wird aus den Jugendzentren in Homburg? Keine einfache Frage, denn angesichts klammer Kassen muss die Stadt sparen. So gibt es Pläne, die städtischen Zuschüsse für die Zentren ab 2022 sukzessive abzusenken. Wichtige Hilfe könnte aber vom Kreis kommen.

300.000 Euro – so hoch ist der Betrag, um den es geht, wie die Stadt auf HOMBURG1-Anfrage verrät. Für eine Kommune in finanzieller Notlage wahrlich kein Pappenstiel – erst recht nicht, wenn die Ausgabe freiwillig erfolgt. Und genau das ist der Punkt: Der städtische Zuschuss an die örtlichen Jugendzentren erfolgt nicht verpflichtend und könnte deshalb in Zukunft zusammengestrichen werden.

Sechs dieser Zentren gibt es auf dem Gebiet der Stadt Homburg. Das Atelier für junge Mädchen und Frauen, den Jugendtreff in Jägersburg, den „Checkpoint Erbach“ im Haus der Begegnung, das Jugendzentrum Second HOMe, das Caritas-Kinderzentrum sowie den Jugendkulturverein Homburg. Angeboten werden in diesen Jugendräumen unter anderem Berufsberatung, Freizeitprogramme, Internetzugang aber auch Veranstaltungen zur politischen Bildung. In welchem Umfang diese Angebote in Zukunft fortgeführt werden können, ist jedoch fraglich.

Denn der Ende 2019 im saarländischen Landtag beschlossene Saarlandpakt sieht vor, dass Kommunen nur dann finanzielle Hilfe erhalten, wenn an sogenannten freiwilligen Ausgaben gespart wird. So wie dem Zuschuss für die Jugendzentren. „Beim Saarlandpakt geht es für die Stadt im Zweifel um Millionen“, erklärt Stadt-Pressesprecher Jürgen Kruthoff. Ein Vielfaches dessen, was man derzeit für die Jugendzentren ausgibt. Kein Wunder also, dass man von Seiten der Stadt nach Möglichkeiten sucht, Geld einzusparen.

Dazu teilt man auf HOMBURG1-Anfrage nun mit, dass das Thema im Juli im Stadtrat behandelt werden solle. Dafür habe das Amt für Jugend, Senioren und Soziales die finanziellen Aspekte erarbeitet. In diesem Zusammenhang würden Vorschläge für Einsparungen ab 2022 präsentiert. In den beiden folgenden Jahren sollen sich die Sparanteile schließlich noch einmal vergrößern. Das heißt für die Jugendzentren: Eine komplette Streichung des Zuschusses im Jahr 2022 ist offenkundig nicht geplant. Stattdessen soll der Betrag anscheinend sukzessive abgebaut werden. Über die konkreten Zahlen schweigt sich die Stadt jedoch aus.

Das könnte auch daran liegen, das auch dem Saarpfalz-Kreis bei dem Thema eine wichtige Rolle zukommt. Denn dieser ist über die Kreisjugendhilfe verantwortlich für die Jugendzentren in der Saarpfalz. So gebe es zu dem Thema Verhandlungen zwischen Stadt und Kreis, wie die Pressestelle der Stadt auf HOMBURG1-Anfrage mitteilt. „ In Gesprächen mit Landrat Dr. Theophil Gallo und der Kreisjugendhilfe wurde das Thema dahingehend behandelt, dass eine Ausweitung der finanziellen Beteiligung des Kreises positiv gesehen wird.“ Und auch der Kreis bestätigt dies auf Anfrage. „Der Landrat hat bereits signalisiert, das Engagement bei der Finanzierung ausweiten zu wollen. Dem müssen natürlich auch die Gremien zustimmen.“

Es scheint sich also abzuzeichnen, dass der Kreis im Zweifel einen Teil des möglicherweise wegfallenden städtischen Zuschusses übernimmt. Voraussetzung dafür sei jedoch laut Aussage der Stadt, dass es auch von deren Seite ein weiteres Engagement gebe. Wie hoch dieses und der Anteil des Kreises ausfallen wird, steht derweil noch in den Sternen und ist wohl auch Verhandlungssache. Genauso wie die Frage, ob das derzeitige Angebot der Jugendzentren mit den in Zukunft zur Verfügung gestellten Mitteln in Gänze aufrechterhalten werden kann. Das hängt schließlich nicht zuletzt von den Entscheidungen des Stadtrats ab, die im Juli fallen werden.

 

 

 

 

 

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