Wie fühlt es sich an, wenn die Gelenke steif werden, die Augen nachlassen und jeder Schritt zur Herausforderung wird? Wer das am eigenen Leib erfahren wollte, konnte beim „Tag des Gesundheitsamtes“ vor der Kreisverwaltung in Homburg einen Alterssimulationsanzug anlegen – und bekam eine Ahnung davon, was altersbedingte Einschränkungen im Alltag tatsächlich bedeuten. Es war eine von vielen Mitmach-Stationen, mit denen das Gesundheitsamt des Saarpfalz-Kreises am 19. März seine Arbeit sichtbar machte.
Der bundesweite Aktionstag, der seit 2019 jährlich begangen wird, stand diesmal unter dem Motto „Vielfalt für Gesundheit“. Das Team des Gesundheitsamtes nutzte sowohl den Vorplatz als auch die Räume der Kreisverwaltung, um mit Bürgerinnen und Bürgern direkt ins Gespräch zu kommen. Vor dem Kreisdienstgebäude informierten Fachleute an mehreren Ständen über das Thema Impfen für alle Altersgruppen. Der Sozialpsychiatrische Dienst präsentierte sein Beratungs- und Unterstützungsangebot für Menschen in besonderen Lebenslagen. An einer UV-Blackbox, bereitgestellt von der Gesundheitsaufsicht, ließ sich überprüfen, ob die eigene Händehygiene wirklich gründlich genug ist.
Besonders die jüngsten Besucherinnen und Besucher kamen auf ihre Kosten. Kindergartengruppen durchliefen kostenlose Hör- und Sehtests sowie einen Bewegungsparcours und durften sich anschließend mit gesunden, zuckerfreien Waffeln stärken. Eine Kinderärztin zeigte Alternativen zur Handynutzung auf, während der Zahnärztliche Dienst an einem überdimensionalen Gebissmodell das richtige Zähneputzen demonstrierte und dabei mit den Kindern ins Gespräch kam.
Am Nachmittag verlagerte sich das Programm nach drinnen: Vorträge zu Achtsamkeit, zu Bewegung bei zunehmender Hitze sowie ein interaktiver Beitrag über Infektionskrankheiten im Kindesalter boten vertiefende Einblicke. Den Abschluss des Tages gestaltete der Berliner Autor Matthias Gerschwitz mit einer Lesung aus seinem Buch „Endlich mal was Positives“. Gerschwitz, bei dem 1994 HIV diagnostiziert wurde, veröffentlichte 2009 erstmals seine Erfahrungen im Umgang mit der Immunschwächekrankheit. 2018 erschien eine Neuausgabe des Buches. Für seine Aufklärungs- und Präventionsarbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Im Anschluss an die Lesung entwickelte sich eine lebhafte Gesprächsrunde mit dem Publikum.
Landrat Frank John unterstrich die Bedeutung des Aktionstages für den Saarpfalz-Kreis: „Der bundesweite Aktionstag ist für uns ein willkommener Anlass, den Bürgerinnen und Bürgern die Aufgabenvielfalt des Gesundheitsamtes zu vermitteln. Das Beratungs- und Informationsangebot, das von den Mitarbeitenden kreativ und anschaulich vermittelt wurde, stellte einen Querschnitt der Tätigkeiten aus den einzelnen Bereichen dar.“ Perspektivisch wolle man den Tag weiter nutzen, um auf die vielfältigen Unterstützungsangebote aufmerksam zu machen, so John.
Der Aktionstag in Homburg zeigte eindrücklich, dass ein Gesundheitsamt weit mehr leistet als Verwaltungsarbeit hinter verschlossenen Türen. Vom Alterssimulationsanzug über den Kinderparcours bis zur HIV-Lesung – die Bandbreite der Angebote machte deutlich, wie nah die Behörde an den Lebenswirklichkeiten der Menschen im Saarpfalz-Kreis arbeitet.
Alle Bilder: Friedel Simon






























