
Berlin, 6. Januar 2026: Während in Las Vegas die Consumer Electronics Show (CES) startet und die Tech-Branche auf neue Geräte blickt, zeigt eine aktuelle Umfrage, wie offen die Menschen in Deutschland für smarte Brillen sind. Technik auf der Nase statt in der Hand ist für viele längst keine ferne Zukunft mehr – vor allem für Jüngere.
Smarte Brillen, mit denen Musik gehört, telefoniert, fotografiert oder per Sprachbefehl im Internet gesurft werden kann, sind bereits im Handel. 39 Prozent der Deutschen stehen solchen Geräten grundsätzlich offen gegenüber. Als nächster Schritt gelten Augmented-Reality-Brillen (AR-Brillen), die zusätzlich virtuelle Inhalte direkt ins reale Sichtfeld einblenden. Laut einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom kann sich rund ein Viertel der Bevölkerung, konkret 26 Prozent, vorstellen, künftig eine solche AR-Brille zu nutzen.
Die Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Besonders groß ist das Interesse bei den 16- bis 29-Jährigen: In dieser Gruppe können sich 35 Prozent vorstellen, eine AR-Brille zu tragen. Bei den 30- bis 49-Jährigen liegt der Anteil mit 34 Prozent ähnlich hoch. Unter den 50- bis 64-Jährigen sind 23 Prozent offen für die Nutzung, in der Gruppe ab 65 Jahren nur 15 Prozent. „Die Entwicklung von alltagstauglichen AR-Brillen für den Massenmarkt läuft auf Hochtouren. Wenn Technik, Komfort und Preis in ein ausgewogenes Verhältnis kommen, könnten AR-Brillen in wenigen Jahren so alltäglich sein wie das Smartphone“, sagt Dr. Sebastian Klöß, Experte für Consumer Technology beim Bitkom.
Unabhängig davon, ob die Brillen eine visuelle AR-Komponente besitzen oder lediglich über Lautsprecher Informationen ausgeben, erkennen viele bereits einen praktischen Nutzen. 47 Prozent der Befragten könnten sich vorstellen, smarte Brillen zu verwenden, um Informationen zu historischen Gebäuden in ihrer Umgebung zu erhalten. 42 Prozent würden eine solche Brille gerne für Navigationshinweise und Wegbeschreibungen nutzen. Deutlich weniger gefragt ist dagegen die Möglichkeit, via Brille Informationen zu Menschen in der Nähe abzurufen: Nur 18 Prozent sehen darin einen Mehrwert.
Gleichzeitig gibt es spürbare Vorbehalte, vor allem mit Blick auf den Datenschutz und die Privatsphäre. 60 Prozent der Deutschen beunruhigt der Gedanke, dass smarte Brillen potenziell unbemerkt filmen oder fotografieren können. „Die Hersteller smarter Brillen sind sich der damit verbundenen Herausforderungen durchaus bewusst. Aktuelle Modelle verfügen deshalb häufig über sichtbare Statusanzeigen, etwa eine gut erkennbare LED, die signalisiert, wenn damit ein Video aufgenommen oder ein Foto gemacht wird. Das soll für mehr Transparenz und Sicherheit sorgen“, so Klöß.
Die Zahlen stammen aus einer telefonischen Befragung von 1.209 Personen in Deutschland ab 16 Jahren, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Die Umfrage ist repräsentativ und fand im Zeitraum von Kalenderwoche 20 bis Kalenderwoche 23 im Jahr 2025 statt. Abgefragt wurde unter anderem, ob bereits eine smarte Brille genutzt wurde, ob man sich vorstellen kann, eine alltagstaugliche AR-Brille zu tragen und inwieweit bestimmte Aussagen zu Brillen, die virtuelle oder sprachliche Inhalte wiedergeben, auf die Befragten zutreffen.
Die Ergebnisse ordnen sich in eine Entwicklung ein, in der digitale Technik immer näher an den Körper rückt und klassische Geräte wie das Smartphone ergänzen soll. Wie schnell sich AR-Brillen tatsächlich durchsetzen, hängt laut Studie und Experteneinschätzung vor allem davon ab, ob die Geräte im Alltag bequem, bezahlbar und datenschutzkonform nutzbar sind – und ob die Bevölkerung den versprochenen Mehrwert höher bewertet als die bestehenden Bedenken.




















