Neun Menschen, die ihre Heimat über Jahrzehnte hinweg mitgeprägt haben: Innenminister Reinhold Jost hat im Landkreis Neunkirchen die „Freiherr-vom-Stein-Medaille“ verliehen. Mit der Auszeichnung würdigt das Saarland Bürgerinnen und Bürger, die sich in besonderem Maße um die kommunale Selbstverwaltung verdient gemacht haben.
„Unsere Städte und Gemeinden leben von Menschen, die Verantwortung übernehmen, zuhören und gemeinsam mit anderen etwas bewegen“, erklärte Jost in seiner Laudatio. Die Geehrten hätten genau das über viele Jahre getan, kommunalpolitische Entscheidungen mitgestaltet und sich weit über ihre Zuständigkeit hinaus eingesetzt. Landrat Sören Meng sprach von Vorbildern für die Gesellschaft und kommende Generationen: Ihr Engagement habe die Kommunen nachhaltig geprägt und zeige, wie wichtig es sei, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen und sich für das Gemeinwohl einzusetzen.
Zu den Ausgezeichneten gehört Edeltrud Baltes aus Schiffweiler-Heiligenwald, die über vier Jahrzehnte kommunalpolitische Verantwortung trug. Zwanzig Jahre saß sie im Gemeinderat Schiffweiler, weitere zwanzig im Kreistag. Ihr Herz schlug besonders für die Schulen der Region sowie für die touristische Entwicklung rund um den Erlebnisort Reden und das Freizeitzentrum Finkenrech. Seit 55 Jahren hält sie zudem dem Karnevalsverein „Die Flitsch“ die Treue. Ebenfalls aus Heiligenwald stammt Ute Beck, die seit 1999 im Ortsrat und seit 22 Jahren im Gemeinderat wirkt. Als eine der ersten Frauen ihrer Partei im Gemeinderat setzte sie sich konsequent für die Sichtbarkeit von Frauen in der Kommunalpolitik ein.

Klaus-Dieter Hoppstädter aus Neunkirchen gehört seit Juli 1994 dem Stadtrat an und blickt damit auf mehr als drei Jahrzehnte in der kommunalen Selbstverwaltung zurück. Von 1990 bis 1995 saß er außerdem im saarländischen Landtag. Besonders am Herzen lag ihm stets das Miteinander in seinem Stadtteil, etwa bei der Nachbarschaftshilfe im Rahmen eines Senioren-Wohnprojekts. In Spiesen-Elversberg trug Klaus-Dieter Kreuter ab 2009 als Beigeordneter Verantwortung und vertrat den Bürgermeister bis 2024 bei zahlreichen Anlässen. Sein Blick für den Alltag zeigte sich etwa in der Initiative für ein Parkraumkonzept der Gemeinde.
Hans-Joachim Löhrhoff, ebenfalls aus Spiesen-Elversberg, arbeitete 25 Jahre im Gemeinderat und zehn Jahre im Kreistag mit. Als Pädagoge brachte er seine fachliche Kompetenz direkt in die Bildungspolitik ein und engagierte sich darüber hinaus im Saarländischen Schulmuseum und in der Kreisvolkshochschule. Holger Maroldt aus Landsweiler-Reden prägte die Entwicklung seines Heimatortes als langjähriger Ortsvorsteher entscheidend mit. Nach dem Ende des Bergbaus begleitete er den Strukturwandel am ehemaligen Bergbaustandort Reden und setzte sich erfolgreich für den Erhalt des dortigen Feuerwehrstandortes ein.

Karlheinz Müller aus Eppelborn-Humes war über Jahrzehnte in Gemeinderat und Kreistag aktiv und übernahm 2015 nach dem Wechsel der damaligen Landrätin kommissarisch die Leitung der Kreisverwaltung. Gerhard Sommer aus Neunkirchen-Wellesweiler wirkte seit 1989 in Ortsrat und Stadtrat und war zugleich mehr als zwei Jahrzehnte ehrenamtlicher Richter am Amts- und Landgericht. Franz-Josef Tanzhaus aus Eppelborn-Bubach-Calmesweiler schließlich verkörpert ein fast sechs Jahrzehnte umspannendes Lebenswerk: Seit 1967 bei der Freiwilligen Feuerwehr, Mitbegründer des örtlichen Gewerbevereins und 19 Jahre an der Spitze des VdK-Ortsverbandes, wo er unzähligen Menschen bei sozialrechtlichen Anliegen zur Seite stand.
Die „Freiherr-vom-Stein-Medaille“ wurde am 14. September 1989 gestiftet und 2002 durch einen ergänzenden Erlass konkretisiert. Nur alle zwei Jahre geht sie an Persönlichkeiten, die sich in ihrem kommunalpolitischen Ehrenamt besondere Verdienste erworben haben.





















