Flutlicht, zwei Traditionsvereine und eine voraussichtlich ordentliche Kulisse im Waldstadion: Wenn der FC 08 Homburg am heutigen Freitagabend um 19:00 Uhr Eintracht Trier empfängt, sind die Voraussetzungen für einen interessanten Fußballabend gegeben. Sportlich ist die Ausgangslage allerdings weniger erfreulich. Der FCH braucht dringend Punkte, um den Anschluss nach vorne nicht weiter zu verlieren. Und nach 13 Spieltagen wäre es höchste Zeit, endlich einmal ohne Gegentor zu bleiben. Gegen die zuletzt wiedererstarkten Trierer dürfte das allerdings alles andere als einfach werden.
20 Punkte, Tabellenplatz acht und erst fünf Siege aus 13 Spielen: Der FC 08 Homburg liegt weiterhin hinter dem zurück, was angesichts der bisherigen Leistungen möglich gewesen wäre. Selbst Seitz kann die immer gleichen Erklärungen inzwischen kaum noch hören. „Ich weiß, es ist eine Schallplatte, es ist immer wieder das Gleiche, aber es ist halt einfach auch die Wahrheit“, sagte der Trainer mit Blick auf das Ulm-Spiel. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte habe seine Mannschaft nach der Pause „45 Minuten Powerplay gespielt“, ohne ihre Chancen zu nutzen. Dass am Ende noch ein Punkt heraussprang, sei für die Moral wichtig gewesen. Mit Blick auf die vorderen Tabellenplätze seien es aber erneut zwei Zähler, die Homburg habe liegen lassen.
Besonders auffällig bleibt die Defensive. Nicht, weil Homburg in jedem Spiel zahlreiche Chancen zulassen würde. Über weite Strecken verteidigen die Grün-Weißen durchaus ordentlich. Trotzdem musste die Mannschaft in allen 13 bisherigen Ligaspielen mindestens einen Gegentreffer hinnehmen. Mal waren es Standards, mal hohe Hereingaben, mal individuelle Fehler. Die Null stand bislang noch nie. Gegen Ulm zeigte sich zudem, dass auch aus dem Spiel heraus gefährliche Situationen entstehen können. Torhüter Jonas Weyand verhinderte vor der Pause mit starken Paraden einen höheren Rückstand.
Michael Heilig nahm kein Blatt vor den Mund. In der ersten Halbzeit habe der FCH bei den Ulmer Umschaltmomenten Probleme gehabt und Glück benötigt, um nicht deutlicher in Rückstand zu geraten. Für Freitag fordert der Innenverteidiger deshalb, in der Defensive „nochmal ein Augenmerk“ darauf zu legen, nicht erneut so viele Chancen zuzulassen. Gleichzeitig müsse die Mannschaft körperlich und läuferisch dagegenhalten und ihre spielerischen Fähigkeiten auf den Platz bringen. Auch offensiv ist noch Luft nach oben. Der FCH erspielt sich immer wieder Möglichkeiten, nutzt diese aber zu selten konsequent. Dabei lohnt sich inzwischen auch ein Blick auf das Torverhältnis. In einer ausgeglichenen Liga, in der mehrere Mannschaften eng beieinanderliegen, können am Ende nicht nur einzelne Punkte, sondern auch erzielte und kassierte Tore entscheidend werden.
Mit Eintracht Trier wartet nun ein Gegner, der selbst Ambitionen auf die vorderen Plätze erkennen lässt. Die Moselaner stehen mit 22 Punkten auf Rang fünf und damit zwei Zähler vor Homburg. Sieben Siege hat die Mannschaft bereits eingefahren, allerdings auch fünf Niederlagen kassiert. Zuletzt haben sich die Gäste nach einer schwierigen Phase stabilisiert. Auf zwei deutliche Niederlagen gegen Walldorf und Steinbach Haiger reagierte der Verein mit der Trennung von Trainer Thomas Klasen. Unter dem bisherigen Co-Trainer Daniel Wilde gelangen anschließend zwei Siege gegen den FSV Frankfurt und die Stuttgarter Kickers. Der Trainerwechsel hat damit zumindest kurzfristig Wirkung gezeigt.
Seitz erwartet entsprechend einen anspruchsvollen Gegner. „Sie haben jetzt zweimal gewonnen, das heißt, sie werden mit sehr viel Selbstvertrauen kommen“, sagt der FCH-Trainer. Die Trierer hätten viel investiert und sich personell weiterentwickelt: „Das ist nicht mehr das Eintracht Trier, das man vor ein, zwei, drei Jahren kennt.“ Gleichzeitig macht Seitz deutlich, dass Homburg nach dem jüngsten Heimsieg gegen Freiburg nachlegen will. Für den 61-Jährigen ist die Begegnung auch persönlich eine besondere. Seitz war in seiner Trainerlaufbahn zweimal für Eintracht Trier verantwortlich. An diese Zeit erinnert er sich gerne: Der erste Aufenthalt habe ihm den Weg in die 2. Bundesliga nach Paderborn eröffnet, bei seiner späteren Rückkehr habe Trier regelmäßig vorne mitgespielt und Erfolge im DFB-Pokal gefeiert. „Von daher war es sportlich gesehen eine sehr schöne Zeit“, blickt Seitz zurück.
Personell muss Seitz einige Änderungen vornehmen. Nicolas Andermatt fehlt nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt, Jan-Erik Eichhorn weiterhin wegen muskulärer Probleme. Auch hinter Michael Guthörl steht noch ein Fragezeichen. Der Mittelfeldspieler ist zwar wieder ins Training eingestiegen, ob es für Freitag reicht, war zunächst offen. Frederik Schumann fällt langfristig aus. Eine erfreuliche Nachricht gibt es dagegen von Jacob Roden: Der Angreifer trainiert nach seinem Syndesmosebandriss inzwischen wieder mit der Mannschaft und könnte erstmals wieder im Spieltagskader stehen. „Er hat uns mega überrascht in der Vorbereitung“, erinnert sich Seitz. Für einen Platz auf der Bank dürfte es nach Einschätzung des Trainers bereits reichen.
Für das Spiel fordert Seitz vor allem einen Auftritt wie in der ersten Halbzeit gegen Freiburg. Damals sei seine Mannschaft von Beginn an präsent gewesen und habe die vorhandenen Räume gut genutzt. „Da waren wir von der ersten Sekunde an da, haben sehr, sehr gut nach vorne gespielt“, sagt der Trainer. Daran müsse der FCH anknüpfen, um den nächsten Heimsieg einzufahren. Auch Heilig setzt auf die besondere Atmosphäre. „Hier im Waldstadion am Freitagabend Flutlicht ist etwas Besonderes“, sagt der Innenverteidiger. Dazu komme mit Trier ein Traditionsduell, auf das sich die Mannschaft freue. „Da sind wir heiß drauf, dass wir die drei Punkte hier behalten.“ Die Voraussetzungen für einen intensiven Fußballabend sind damit gegeben.
Heimspiel unter dem Motto „Gemeinsam gegen Krebs“
Das Flutlichtspiel steht außerdem im Zeichen des „Pinktober“, des Brustkrebs-Awareness-Monats. Gemeinsam mit dem Verein „Miteinander gegen Krebs e.V.“ und dem Team von Cross against Cancer möchte der FCH auf Brustkrebsfrüherkennung, Vorsorge und die Unterstützung Betroffener aufmerksam machen. An den Eingängen der Tribüne und des Heim-Stehbereichs werden unter anderem pinke Schleifen gegen eine Spende von einem Euro angeboten.
Auch rund um den Stadionbesuch gibt es einige Änderungen. Wegen der Sanierungsarbeiten am Marathontor ist der gewohnte Zugang zum Heim-Stehplatzbereich weiterhin gesperrt. Der Einlass erfolgt über Block 2, Block 1 kann nur teilweise genutzt werden. Die Fanbude befindet sich inzwischen ebenfalls in Block 2 und ist wieder geöffnet. Aufgrund der erwarteten Zuschauerzahl empfiehlt der Verein eine frühzeitige Anreise.
FC 08 Homburg – SV Eintracht Trier
Freitag, 30. Oktober 2026, 19 Uhr
Waldstadion Homburg
Schiedsrichter: Marcel Rühl





















