Der deutsche Markt für IT-Sicherheit steuert auf einen historischen Meilenstein zu. Bereits 2027 dürfte er erstmals die Schwelle von 15 Milliarden Euro überschreiten. Das geht aus Zahlen hervor, die der Digitalverband Bitkom auf der Fachmesse it-sa in Nürnberg präsentierte und die auf Erhebungen des Marktforschers IDC beruhen.
Schon im laufenden Jahr legen die Ausgaben kräftig zu. Um 11,7 Prozent klettern sie von 12,8 auf 14,3 Milliarden Euro. Für 2027 rechnet der Verband mit einem erneuten zweistelligen Plus von 10,7 Prozent, womit das Volumen auf 15,8 Milliarden Euro anwächst. Der Grund für diese Dynamik liegt auf der Hand: Die Bedrohungslage spitzt sich zu.
„Cyberangriffe sind aktuell eine der größten Bedrohungen für unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft. Wer in IT-Sicherheit investiert, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch Kundinnen und Kunden, Lieferketten und die Infrastruktur, von der wir alle abhängen“, betonte Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung. Welche Dimensionen der Schaden mittlerweile annimmt, zeigt die Studie „Wirtschaftsschutz 2026“: Durch Datendiebstahl, Spionage und Sabotage entsteht der deutschen Wirtschaft ein jährlicher Verlust von mindestens 211 Milliarden Euro. Mehr als drei Viertel davon gehen auf das Konto von Cyberattacken.
Trotz der steigenden Summen bleibt eine Kennzahl auffallend stabil. Der Anteil der Sicherheitsausgaben am gesamten IT-Budget verharrt bei durchschnittlich 18 Prozent. Damit bleiben die Unternehmen knapp unter dem Richtwert von 20 Prozent, den Bitkom und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gemeinsam empfehlen.
Den Löwenanteil der Investitionen verschlingt die Software. Mit 7,8 Milliarden Euro und einem Zuwachs von 14,5 Prozent entfällt mehr als die Hälfte des Gesamtmarktes auf diesen Bereich – etwa für den Schutz von Endgeräten und Cloud-Umgebungen oder für das Identitätsmanagement. Auf Dienstleistungen wie Beratung und Managed Security Services entfallen 5,3 Milliarden Euro. Für Hardware wie Firewalls geben Unternehmen 1,2 Milliarden Euro aus, wobei dieser Bereich mit einem Plus von 14,6 Prozent den stärksten Sprung macht.
Für das kommende Jahr zeichnet sich eine Verschiebung ab. Während Software mit einem erwarteten Plus von 14,6 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro zum zentralen Wachstumstreiber wird, dürfte die Hardware nach dem außergewöhnlich starken Beschaffungsjahr 2026 um 4,2 Prozent zurückgehen. Als Motor hinter der gesamten Entwicklung sieht Dehmel auch die Regulierung. „Mit dem Cyber Resilience Act und der Umsetzung der NIS-2-Richtlinie steigen die Anforderungen an Unternehmen. Die Nachfrage nach leistungsfähigen und vertrauenswürdigen Sicherheitslösungen ist eine Chance für Anbieter aus Deutschland und Europa“, erklärte sie.
Die Zahlen wurden im Rahmen der it-sa Expo&Congress vorgestellt, die vom 27. bis 29. Oktober 2026 im Messezentrum Nürnberg stattfindet. Bitkom begleitet die Veranstaltung bereits seit 2009 als ideeller Träger.




















