Kultur kennt keine Grenzen – zumindest nicht zwischen dem Saarland und dem französischen Grand Est. Am Rande der Kulturministerkonferenz der Großregion im belgischen Namur haben Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot und Alexis Neviaski, kommissarischer Leiter der Regionaldirektion für kulturelle Angelegenheiten Grand Est (DRAC Grand Est), eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel ist es, die grenzüberschreitende Kulturpartnerschaft beider Regionen weiter auszubauen.
„Gerade für das Saarland im Herzen der Großregion ist Kultur über Grenzen hinweg von besonderer Bedeutung“, betonte Streichert-Clivot. Kultur verbinde Menschen, schaffe Verständnis füreinander und mache Europa unmittelbar erlebbar. Mit der Erklärung wolle man kulturelle Netzwerke stärken, neue Räume für den Austausch öffnen und die gemeinsame Kulturregion gezielt weiterentwickeln. Profitieren sollen davon vor allem die Kunst- und Kulturschaffenden sowie die Menschen auf beiden Seiten der Grenze.
Konkret wird es schon bald: In den kommenden Wochen startet ein Pilotprojekt, das die grenzüberschreitende Mobilität von Künstlerinnen und Künstlern begleitet. Umgesetzt wird es vom saarländischen Künstlerteam Liquid Penguin, das zwischen dem Saarland und der Region Grand Est tätig sein wird. Die Konferenz selbst stand unter dem Motto einer kreativen und innovativen Großregion – ein Leitgedanke, der sich durch zahlreiche Projekte zieht.

Neviaski hob die Bedeutung eines gewachsenen kreativen Ökosystems hervor, das sich über Jahre hinweg im grenzüberschreitenden Raum gebildet habe. Er nannte das KIKK in Namur, Elektron und die Immersive Days in Luxemburg sowie die Völklinger Hütte und weitere Initiativen rund um die Kultur- und Kreativwirtschaft im Saarland. All diese Akteure bildeten inzwischen ein echtes Netzwerk, das weit über einzelne Standorte hinausreiche.
Beispielhaft für diese Zusammenarbeit steht auch das Künstlerresidenznetzwerk der Großregion 2026, das sechs Kunstschaffende aus den Partnerregionen zusammenbringt. Getragen von Kultkom und dem Comptoir des Ressources créatives, soll es den Austausch über Grenzen und Disziplinen hinweg fördern und die Menschen vor Ort einbinden. Im Saarland beteiligt sich das KUBA als Projektpartner.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der engeren Verzahnung von Kunst, Wissenschaft, Forschung und Kreativwirtschaft. Diesen Ansatz verfolgt die „Maison Européenne de Création“ (La MEC), die derzeit im französischen Dieuze entsteht. Der unter anderem vom saarländischen Kulturministerium unterstützte Produktionsort soll künftig Künstlerresidenzen, gemeinsame Produktionen und den Austausch mit der Wissenschaft ermöglichen.
Dass die grenzüberschreitende Kulturarbeit vielfältig ist, zeigen weitere Projekte mit saarländischer Beteiligung. Dazu gehört eine gemeinsam mit dem Département Moselle entstandene Graphic Novel zur Geschichte der Jahre 1870 bis 1918. Auch die Ausstellung „75 Jahre Subjektive Fotografie“, ab dem 7. November im Saarlandmuseum zu sehen und mit dem französischen Label „Bicentenaire de la photographie“ ausgezeichnet, belegt die engen kulturellen Verbindungen.
Mit der Konferenz in Namur endet die zweijährige wallonische Präsidentschaft der Arbeitsgruppe Kultur der Großregion. In den Jahren 2027 und 2028 übernimmt Luxemburg den Vorsitz, bevor das Saarland 2029 und 2030 die Präsidentschaft innehat. Das Ministerium für Bildung und Kultur unterstützt die Arbeit der Arbeitsgruppe jährlich mit 20.000 Euro – ein verlässliches Fundament für eine Zusammenarbeit, die in den Kulturpolitischen Leitlinien des Saarlandes fest verankert ist.





















