Wer am Montag und Dienstag früh den Saarländischen Rundfunk einschaltete, erlebte ein ungewohntes Programm. Statt gewohnter Morningshow-Routine machte sich an den Frühstückstischen und im Berufsverkehr bemerkbar, was fehlt, wenn die Radiomacher ihre Arbeit niederlegen. Die Gewerkschaft ver.di hatte die Beschäftigten des SR zum Warnstreik aufgerufen – und bewusst die Sendezeit mit der höchsten Reichweite gewählt.

Gestreikt wurde am Montag, 19. Oktober 2026, zwischen 6:45 und 8:15 Uhr sowie am Dienstag, 20. Oktober 2026, von 4:45 bis 9:30 Uhr. Dass diese Fenster kein Zufall waren, bestätigt Julia Mole, Verhandlungsführerin der Gewerkschaft, ganz offen: „Mit dieser Terminierung, genau im Zeitraum der Radio-Morningshows, konnten wir maximale Aufmerksamkeit erzeugen. An den saarländischen Frühstückstischen und in den Autos im Berufsverkehr wurde deutlich spürbar, was es bedeutet, wenn wichtige Informationen und gute Moderation fehlen.“

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Im Kern der Auseinandersetzung stehen die Gehälter. ver.di verlangt eine Erhöhung um sieben Prozent, mindestens jedoch 300 Euro pro Monat. Für Auszubildende sollen die Vergütungen um 200 Euro monatlich steigen. Hinzu kommt die Forderung, den Kündigungsschutz über den 31. Dezember 2026 hinaus zu verlängern. Die geplante Laufzeit des Tarifvertrags beträgt zwölf Monate.

Die Gewerkschaft verknüpft ihre Forderungen mit einem Blick auf die politische Großwetterlage. Mit der anstehenden Landtagswahl im Hintergrund betont Mole die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: „Gerade mit Blick auf die kommende Landtagswahl ist ein starker öffentlich-rechtlicher Rundfunk unverzichtbar. Er gewährleistet verlässliche Informationen und schafft Orientierung vor einer Wahl.“

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Doch die Verhandlungsführerin stellt klar, dass es nicht allein um den Wahlkampf geht. Auch im Alltag jenseits großer politischer Termine leisteten die Mitarbeitenden des SR unverzichtbare Arbeit, produzierten hochwertige Programme und stärkten die regionale Identität im Saarland. „Diese Leistung verdient Anerkennung und eine Bezahlung, die sowohl ihrer Verantwortung als auch den gestiegenen Lebenshaltungskosten gerecht wird“, so Mole.

Der Aufruf richtete sich an die gesamte Belegschaft. Teilnehmen konnten alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des SR, darunter auch Auszubildende, Volontärinnen und Volontäre sowie arbeitnehmerähnliche freie Mitarbeitende – und zwar unabhängig davon, ob sie Mitglied einer Gewerkschaft sind oder nicht.

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