Tierschutz ist kein Randthema, sondern eine Verantwortung, die alle etwas angeht. Diese Überzeugung bringt Nathalie Kroj, Beigeordnete der Stadt Homburg für Jugend, Nachhaltigkeit und Tierschutz, zum ersten Tierschutzkongress im Südwesten. Am Samstag, 21. November, versammeln sich im Saarbrücker Saarrondo in der Europaallee all jene, denen das Wohl von Tieren am Herzen liegt.
Unter dem Leitgedanken „Dem Tierschutz eine Chance geben“ lädt die Tierschutzstiftung Saar von 10 bis 17 Uhr zu einem Tag des fachlichen Austauschs. Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung hat die Europaabgeordnete Manuela Ripa übernommen. Angesprochen sind nicht nur ehrenamtliche Tierschützerinnen und Tierschützer, sondern ausdrücklich auch Tierhalter, Behördenvertreter, Jäger, Tierärzte und interessierte Bürgerinnen und Bürger.
Der Grundgedanke dahinter: unterschiedliche Blickwinkel an einen Tisch zu bringen und den Dialog zwischen Wissenschaft, Behörden, Verbänden und engagierten Freiwilligen zu stärken. „Tiere sind darauf angewiesen, dass wir Verantwortung für sie übernehmen und ihre Bedürfnisse ernst nehmen“, betont Kroj. Dafür brauche es Aufklärung, Engagement und die Bereitschaft, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Das Programm spiegelt die Bandbreite aktueller Herausforderungen wider. Den Auftakt macht Dr. Julia Stubenbord aus Stuttgart mit einem Vortrag über die Verantwortung von Tierhaltern im Tierschutzrecht. Anschließend nimmt Dr. M. Peer das Erkennen von Qualzuchten in den Blick und beleuchtet die damit verbundenen rechtlichen wie veterinärmedizinischen Probleme.
Ein weiterer Schwerpunkt gilt dem Schutz verwilderter Hauskatzen: Sabine Lippert vom Deutschen Tierschutzbund erklärt, welche Rolle Katzenschutzverordnungen spielen und wie sich freilebende Populationen dauerhaft schützen lassen. Dem oft spannungsgeladenen Verhältnis von Tierschutz und Jagd widmen sich gleich zwei Referenten. Dr. Louis Kox aus Luxemburg vergleicht die jagdrechtlichen Regelungen in Luxemburg, den Niederlanden und Deutschland, bevor Dr. Ulf Hohmann aus Trippstadt zum Abschluss der Frage nachgeht, unter welchen Bedingungen Jagd und Tierschutz überhaupt zusammenpassen.
Dass sich Tierschutz nicht in Theorie erschöpft, zeigt die kommunale Praxis in Homburg. Die Stadt unterstützt das örtliche Tierheim mit zusätzlichen Lebendfallen und Transportboxen für den Katzenschutz. Ein weiteres Beispiel ist der Taubenschlag am Baubetriebshof, der gemeinsam mit dem Verein „Haus der Tauben Homburg e. V.“ entstand und einen tierschutzgerechten Umgang mit den Stadttauben ermöglichen soll.
Für Kroj sind solche Projekte ein Beleg dafür, dass nachhaltige Verbesserungen nur im Zusammenspiel gelingen. „Die Maßnahmen in Homburg zeigen, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Vereinen und ehrenamtlich Engagierten ist“, sagt sie. Der Kongress biete eine gute Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für die Arbeit vor Ort mitzunehmen. Die Tierschutzstiftung Saar hofft, dass möglichst viele Interessierte diesen ersten Kongress nutzen, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen.



















