Wer sich einen Heißluft-Fritteuse angeschafft hat, kennt die Verlockung im Supermarktregal: spezielle Ölsprays, die Pommes, Gemüse und Fleisch angeblich besonders knusprig und gleichmäßig gebräunt machen. Die Stiftung Warentest hat nun sieben dieser für Airfryer beworbenen Produkte unter die Lupe genommen – und kommt zu einem ernüchternden Fazit: Das Geld lässt sich getrost sparen. Bei drei Sprays fanden die Prüfer sogar deutliche Mengen an Schadstoffen.
Für den Kurztest kauften die Tester die Öle exemplarisch in Supermärkten, bei Discountern und im Onlinehandel. Drei der Produkte setzen auf eine Olivenölbasis. Immerhin: In Sachen Hitzebeständigkeit zeigten sich alle sieben robust und überstanden eine zweistündige Erhitzung auf 170 Grad Celsius ohne Probleme.
Doch genau hier liegt der Haken. Hitzestabil ist nämlich auch ganz normales raffiniertes Rapsöl – und das zu einem Bruchteil des Preises. Während das günstigste Airfryer-Öl im Test rund 12,45 Euro pro Liter kostete, mussten Verbraucher für das teuerste Produkt knapp 70 Euro hinblättern. Das ist das 44-Fache dessen, was gutes Rapsöl im Discounter verlangt, wo es bereits ab 1,59 Euro pro Liter zu haben ist.
Auch geschmacklich rechnet sich der Aufpreis nicht. In einem Praxistest mit Tofuwürfeln lagen die Sprays zwar vor fettfrei zubereitetem Vergleichstofu, untereinander unterschieden sie sich jedoch kaum. „Gegenüber klassisch in Rapsöl mariniertem Tofu konnten wir keinen nennenswerten Vorteil feststellen“, berichtet Swantje Waterstraat, Ernährungsexpertin bei der Stiftung Warentest. „Das Geld für spezielle Airfryer-Ölsprays kann man sich sparen.“
Unterschiede zeigten sich dagegen beim Sprühverhalten. Um es zu prüfen, sprühten die Tester jedes Öl aus 20 Zentimeter Abstand auf Papier und machten das Sprühbild am Leuchttisch sichtbar. Am gezieltesten arbeitete die einzige Pumpflasche im Test, bei der pro Sprühstoß nur etwa 0,2 Gramm Öl austraten. Die Druckluft-Spraydosen der übrigen Kandidaten verteilten das Öl deutlich breiter. „Je leerer die Spraydosen wurden, desto schlechter wurde ihr Sprühbild – am Ende bleibt bei nur 200 Millilitern Inhalt viel Verpackungsmüll zurück“, so Waterstraat.
Besonders unangenehm fällt der Blick auf die Schadstoffe aus. Die Olivenöl-Sprays von Aldi und Bertolli enthielten vermeidbare Mengen an Glycidyl-Estern, die bei der Fettraffination entstehen und sich bei der Verdauung in das wahrscheinlich krebserregende Glycidol umwandeln. Den EU-Höchstgehalt hielten beide nur recht knapp ein.
Im Aérfry-Pro-Olivenölspray wiesen die Prüfer zudem einen auffälligen Gehalt eines Weichmachers nach, der als fortpflanzungsgefährdend gilt. Außerdem lagen hier die Werte für gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe über dem Orientierungswert von Lebensmittelüberwachung und -wirtschaft. Dieser ist zwar nicht gesetzlich verankert, sondern eine Empfehlung an die Hersteller – die Stoffe können sich jedoch teils im Körper anreichern. Alle Details erscheinen in der November-Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest sowie online unter test.de.




















