Eine ausgediente Schullandkarte landet normalerweise im Altpapier. In Kirkel aber beginnt für diese Karten gerade ein zweites Leben. Aus den vergilbten Unterrichtsmaterialien der örtlichen Gemeinschaftsschule sind kleine Mäppchen entstanden, die nun genau dorthin zurückkehren, wo ihre Geschichte einst begann: in die Hände von Schülerinnen und Schülern.
Verantwortlich für die Verwandlung sind die Teilnehmenden der Arbeitsgelegenheit „Kirkeler Nähkästchen“, einem Projekt der Gesellschaft für Arbeit und Qualifizierung im Saarpfalz-Kreis (AQuiS). Mit Nadel, Faden und einer ordentlichen Portion Fingerspitzengefühl schneiderten sie aus den alten Karten langlebige Täschchen. Jedes einzelne ist ein Unikat, geprägt von eigenen Farben, Kartenausschnitten und den geografischen Eigenheiten der jeweiligen Vorlage.
Der besondere Reiz liegt im Kreislauf, der sich hier schließt. Statt wertvolle Ressourcen wegzuwerfen, bekommen vorhandene Materialien eine neue Funktion. Nachhaltigkeit und soziale Teilhabe greifen dabei ineinander, ohne dass das eine das andere überlagert.

Landrat Frank John, Aufsichtsratsvorsitzender der AQuiS, sieht darin ein gelungenes Beispiel für bewussten Umgang mit Dingen. „Die Mäppchen aus alten Schullandkarten verdeutlichen, dass Dinge, die nicht mehr benötigt werden, nicht direkt im Müll landen müssen. Durch Upcycling kann aus ihnen etwas ganz Neues entstehen“, sagt er. Besonders schön findet John, dass die fertigen Produkte wieder dort ankommen, wo alles seinen Anfang nahm. „So schließt sich der Kreis auf besondere Weise.“
Hinter dem kreativen Ergebnis steht ein handfester sozialer Gedanke. Arbeitsgelegenheiten geben Menschen die Chance, ihre Fähigkeiten auszubauen, dem Tag eine Struktur zu verleihen und über sinnvolle Tätigkeiten am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Das „Kirkeler Nähkästchen“ wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus über das saarländische Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit sowie durch das Jobcenter Saarpfalz-Kreis gefördert.
Diese Unterstützung macht es möglich, gemeinwohlorientierte Projekte mit persönlicher Entwicklung zu verbinden. Am Ende sind die Mäppchen eben mehr als nur praktische Begleiter für den Schulalltag. Sie stehen für Kreativität, für die Wertschätzung handwerklicher Arbeit und für die Überzeugung, dass es manchmal nur eine gute Idee braucht, um aus vermeintlich Altem etwas Neues zu machen.




















