Foto: Franziska Strauss

Eine Trauerschleife mit nur fünf Worten reicht aus, um eine ganze Belegschaft in Aufruhr zu versetzen. Genau hier setzt die Komödie „Kalter weißer Mann“ an, die am Dienstag, 3. November, um 19.30 Uhr in der Stadthalle St. Ingbert zu sehen ist. Was als würdevolles Abschiednehmen gedacht war, kippt binnen Minuten in eine hitzige Grundsatzdebatte über Sprache, Geschlechtergerechtigkeit und die Grenzen der politischen Korrektheit.

Im Zentrum steht Horst Bohne, der frischgebackene Geschäftsführer, der sich seinen Amtsantritt deutlich reibungsloser vorgestellt hatte. Für die Beisetzung des mit 94 Jahren verstorbenen Firmenchefs Gernot Steinfels bestellt er einen Kranz mit der Aufschrift „In tiefer Trauer – Deine Mitarbeiter“. Eine gut gemeinte Geste, sollte man meinen.

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Doch der Wortlaut stößt bei den weiblichen Beschäftigten auf Widerspruch. Hätte es nicht „Mitarbeiter*innen“ heißen müssen? Plötzlich rückt nicht mehr der Tote, sondern die Frage nach der korrekten Formulierung in den Mittelpunkt der Zeremonie. Während der Pfarrer vergeblich versucht, die aufgebrachten Gemüter zu beruhigen, prallen Weltbilder aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Aus einer schlichten Trauerfeier wird so ein pointierter Schlagabtausch über Gleichberechtigung, gesellschaftliche Erwartungen und die Frage, wer eigentlich wann was sagen darf. Verantwortlich für das Stück sind Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob, die bereits mit der Erfolgskomödie „Extrawurst“ für volle Säle sorgten. Erneut legen sie eine temporeiche Gesellschaftskomödie vor, die mit viel Humor zeigt, wie rasch gut gemeinte Worte zum Zündstoff werden.

Einfache Antworten liefert der Abend bewusst nicht. Stattdessen wirft das Stück Fragen auf, die zum Lachen ebenso einladen wie zum Nachdenken und Diskutieren: Wer hat recht? Und wie viel politische Korrektheit verträgt der Alltag überhaupt? Unter der Regie von Marcus Ganser stehen Timothy Peach als Horst Bohne, Nicola Tiggeler, Sophie Göbel, Peer-Robin Hagel, Andreas Windhuis und Anna Drózd auf der Bühne. Mit Spielfreude und präzisem Timing bringen sie die sprachlichen Missverständnisse und gesellschaftlichen Gegensätze auf den Punkt.

Karten für die Aufführung gibt es unter www.reservix.de sowie an allen Reservix-Vorverkaufsstellen, darunter an der Infotheke im Rathaus St. Ingbert, Am Markt 12. Die Reservix-Hotline ist unter 0761 888 499 99 täglich von 6 bis 22 Uhr erreichbar, auch an Wochenenden und Feiertagen. Weitere Auskünfte erteilt die Kulturabteilung der Stadt St. Ingbert telefonisch unter 06894/13-518 oder per Mail an kultur@st-ingbert.de.

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