Für rund 50.000 Menschen, die im saarländischen Einzel- und Versandhandel arbeiten, steht ein spürbares Plus im Portemonnaie fest. Nach zwei Verhandlungsrunden erzielten die Gewerkschaft ver.di Rheinland-Pfalz-Saarland und die Arbeitgeberseite am Mittwoch, dem 7. Oktober 2026, einen Tarifabschluss, der die Löhne in zwei Stufen anhebt.
Konkret bedeutet das: Rückwirkend ab dem 1. Juli 2026 erhalten die Beschäftigten drei Prozent mehr Entgelt. Im April 2027 folgt ein weiterer Aufschlag von zwei Prozent. Der neue Tarifvertrag läuft über 25 Monate und schafft damit für beide Seiten Planungssicherheit in einer Branche, die sich wirtschaftlich in schwierigem Fahrwasser bewegt.
Besonders deutlich fällt die Steigerung bei den Auszubildenden aus, deren Vergütungen überproportional angehoben werden. Auch die unteren Entgeltgruppen profitieren von festen Untergrenzen: Ab August 2026 gilt ein tariflicher Mindestlohn von 14,20 Euro, der ab Mai 2027 auf 14,90 Euro klettert.
Was der Abschluss in der Praxis bringt, lässt sich am Beispiel der Verkäuferinnen und Verkäufer ablesen. Ihr Stundenlohn steigt zum 1. Juli 2026 auf 20,34 Euro und erreicht ab dem 1. April 2027 schließlich 20,74 Euro.
Dass dieses Ergebnis nicht am Verhandlungstisch allein zustande kam, betonte Monika Di Silvestre, ver.di-Landesfachbereichsleiterin und Verhandlungsführerin für den Einzelhandel im Saarland. „Es waren harte Verhandlungen in herausfordernden Zeiten“, sagte sie. „Dieses Ergebnis bringt spürbare Entlastung für die Beschäftigten und zeigt: Wenn Beschäftigte geschlossen streiken, wird aus Druck Bewegung. Wir verhandeln mit Stärke, nicht mit Bittzetteln.“
Mit dem Tarifabschluss endet eine Auseinandersetzung, die vom gewerkschaftlichen Engagement der Belegschaften geprägt war. Für die Angestellten im saarländischen Handel bedeutet die Einigung vor allem eines: finanzielle Klarheit für die kommenden gut zwei Jahre.



















