Foto: Julie Jager

Das Römermuseum Schwarzenacker rückt in den Blick Europas. Jüngst empfing Philipp Scheidweiler, Beigeordneter der Stadt Homburg und Geschäftsführer des Museums, zwei bemerkenswerte Gäste: Dr. Daniela Stefanie Hauf, Geschäftsführerin des Vereins Europäische Goethe-Wege, und Piotr Michałowski, der im Auftrag des Europarates als unabhängiger Experte arbeitet. Hintergrund ihres Besuchs war eine Evaluierungsreise, die über die angestrebte Anerkennung der Europäischen Goethe-Wege als Kulturroute des Europarates mitentscheidet.

Die Verbindung mag auf den ersten Blick überraschen. Was haben die römischen Spuren Schwarzenackers mit der barocken Kulturlandschaft der Saarpfalz und den Reisen Johann Wolfgang von Goethes gemein? Die Antwort liegt in einem dichten Geflecht historischer Bezüge, das die Region bis heute mit dem Kontinent verknüpft. Seit Mai 2025 gehört die BarockStraße SaarPfalz dem Verein Europäische Goethe-Wege an und bewirbt sich gemeinsam mit ihm um das begehrte Prädikat.

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Die Route spannt einen Bogen über die bedeutenden Schauplätze des 17. und 18. Jahrhunderts im Saarland und in der benachbarten Westpfalz – Homburg eingeschlossen. Der gemeinsame Bezug zu Goethe ist dabei kein Zufall: Im Jahr 1770 reiste der junge Dichter von Straßburg nach Saarbrücken und zurück, besuchte zahlreiche Orte entlang der heutigen Strecke und hielt seine Eindrücke später in den Lebenserinnerungen fest.

Während Dr. Hauf das internationale Netzwerk und dessen Arbeit begleitet, oblag Michałowski die fachliche Prüfung vor Ort. Ausgewählte Stationen der BarockStraße SaarPfalz standen im Mittelpunkt der Reise. Der Abstecher nach Schwarzenacker machte deutlich, welches Gewicht dieser Ort auch im europäischen Zusammenhang besitzt.

„Das Römermuseum Schwarzenacker ist ein besonderer Ort, an dem Geschichte lebendig wird. Unsere Region verfügt über ein reiches kulturelles Erbe, das weit über die eigenen Grenzen hinaus Bedeutung hat“, betonte Scheidweiler. Die erhoffte Anerkennung soll die grenzüberschreitende Zusammenarbeit festigen, das gemeinsame Erbe vermitteln und einen nachhaltigen Kulturtourismus anstoßen. Für die beteiligten Orte entsteht so die Chance, ihre Geschichte einem breiteren europäischen Publikum zu öffnen und neue Partnerschaften zu knüpfen.

„Wir sollten unsere kulturellen Schätze nicht nur für uns selbst bewahren, sondern sie auch gemeinsam mit unseren europäischen Partnern sichtbar machen“, erklärte der Beigeordnete. Werde ein historischer Ort wie Schwarzenacker Teil eines größeren Netzwerks, so eröffneten sich neue Wege, Besucher für die eigene Geschichte zu gewinnen.

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Dass der Standort dafür beste Voraussetzungen mitbringt, bewies bereits das Goethe-Jubiläumsjahr 2024. Zum 275. Geburtstag des Dichters zählte das Römermuseum innerhalb der Programmreihe „Alles Gute Goethe!“ zu den markanten Veranstaltungsorten im Saarland. Konzipiert und koordiniert wurde sie vom Homburger Kulturmediator Klaus Friedrich. Die Verschränkung von Archäologie und Barock, regionaler Geschichte und europäischem Literaturerbe zeigt, wie sich entfernte Epochen verbinden lassen – und wie Geschichte über Ländergrenzen hinweg Menschen zusammenführt.

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