Archivbild

Schaeffler kommt beim Konzernumbau schneller voran als geplant. Der Automobil- und Industriezulieferer aus Herzogenaurach hat sein Ende 2024 aufgelegtes Ergebnisverbesserungsprogramm früher als vorgesehen zum Abschluss gebracht und obendrein rund 1.800 neue Altersteilzeitverträge abgeschlossen. Für die Beschäftigten bedeutet das in vielen Fällen einen planbaren Weg in den Ruhestand, für das Unternehmen spürbar niedrigere Kosten.

Kernstück des Programms war ein sozialverträglicher Abbau von brutto 4.700 Stellen, der ursprünglich bis Ende 2029 abgeschlossen sein sollte. Bis zum 30. September 2026 hatte Schaeffler davon bereits 3.715 Stellen und damit rund 79 Prozent umgesetzt. Nach aktueller Planung wird das Gesamtziel nun schon Ende 2028 erreicht – ein ganzes Jahr früher als angekündigt. Für die verbleibenden 985 Stellen liegen bereits vertragliche Vereinbarungen vor.

Anzeige

Die beschleunigte Umsetzung schlägt sich auch finanziell nieder. Die für 2029 geplanten Einsparungen von 290 Millionen Euro will der Konzern voraussichtlich um mehr als 20 Prozent übertreffen. Zugleich fielen die einmaligen Belastungen des Umbaus geringer aus als erwartet. In der Folge löste Schaeffler zum 30. September 2026 nicht mehr benötigte Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von rund 84 Millionen Euro auf.

Parallel dazu reagierte das Unternehmen auf die angekündigte Rentenreform, die bestehende Altersteilzeitinstrumente voraussichtlich auslaufen lässt. Bis zum 5. Oktober 2026 kamen 1.768 neue Altersteilzeitverträge zustande. Damit nahmen deutlich mehr Beschäftigte das Angebot an als ursprünglich gedacht: Statt der erwarteten 20 Prozent der betroffenen Jahrgänge bis einschließlich 1971, also rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im direkten und indirekten Bereich, wurde diese Marke klar überschritten.

Angeboten wurden sogenannte Blockmodelle mit einer aktiven und einer passiven Arbeitsphase, die jeweils im Einvernehmen zwischen Beschäftigten und Führungskräften vereinbart wurden. Die Laufzeiten reichen von zwei Jahren mit einem aktiven und einem passiven Jahr bis zu acht Jahren mit vier aktiven und vier passiven Jahren. Bei den Konditionen orientierte sich Schaeffler an den Altersteilzeitregelungen aus dem Programm von November 2024.

Finanziell wirken die zusätzlichen Verträge bereits 2027 positiv auf den Cash-Flow. Für 2029 rechnet der Konzern mit einem Ergebniseffekt von rund 55 Millionen Euro. Die Aufwendungen werden als Sondereffekt verbucht; bis 2030 sind für Einmalzahlungen zusätzliche Rückstellungen von etwa 70 Millionen Euro nötig.

Anzeige

Vorstandschef Klaus Rosenfeld ordnete den Schritt als Teil einer längerfristigen Strategie ein. „Mit der Umsetzung der im November 2024 angekündigten Strukturmaßnahmen und dem zusätzlichen Abschluss von rund 1.800 Altersteilzeitverträgen vollziehen wir einen weiteren Schritt, um die Kostenstrukturen an unseren deutschen Standorten zu optimieren, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und die Altersstruktur unserer Belegschaft ausgewogen weiterzuentwickeln“, sagte er. Der erfolgreiche Abschluss schaffe für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter planbare Übergänge in den Ruhestand und sei „ein Beispiel für eine verantwortungsvolle und partnerschaftliche Personalpolitik in herausfordernden Zeiten“.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein