Für die saarländische Forschungslandschaft gibt es Grund zum Feiern: Das Projekt „eLiRec“ des Leibniz-Instituts für Neue Materialien (INM) hat bei den REGIOSTARS 2026 der Europäischen Kommission in der Kategorie „Ein grünes Europa“ überzeugt. Mit diesem Wettbewerb würdigt Brüssel Jahr für Jahr Vorhaben, die mithilfe von EU-Mitteln entstanden sind und über ihre Region hinaus Vorbildcharakter entwickeln.
Im Zentrum von „eLiRec“ steht eine Frage, die mit der wachsenden Zahl an Elektrofahrzeugen und Akkus immer drängender wird: Wie lassen sich wertvolle Rohstoffe aus ausgedienten Lithium-Ionen-Batterien zurückgewinnen, ohne der Umwelt zu schaden? Das Forschungsteam um Prof. Dr. Volker Presser setzt dabei auf ein elektrochemisches Extraktionsverfahren, das mit deutlich weniger Energie und aggressiven Chemikalien auskommt als klassische Recyclingmethoden.
Der Nutzen dieses Ansatzes ist konkret. Lithium und andere kritische Rohstoffe können aus gebrauchten Batterien herausgelöst und in neue Produkte überführt werden. So bleiben wertvolle Materialien im Kreislauf, Abfälle werden vermieden und die Grundlage für eine nachhaltigere Wirtschaft gestärkt – ein Beitrag, der weit über die Grenzen des Saarlandes hinaus Bedeutung hat.
Wirtschaftsminister Jürgen Barke zeigte sich entsprechend erfreut über die Auszeichnung. „Ich gratuliere herzlich dem INM und seinem Forschungsteam um Prof. Dr. Presser für die Auszeichnung bei den REGIOSTARS“, erklärte er. „Mit ‚eLiRec‘ zeigt das Saarland einmal mehr, wie leistungsfähig und innovativ seine Forschungslandschaft ist. Ich bin überzeugt, dass auch künftig innovative Projekte aus dem Saarland wichtige Impulse für Europa setzen werden.“
Die Arbeit endet mit der Prämierung keineswegs. Die Erkenntnisse aus „eLiRec“ fließen bereits in das Nachfolgeprojekt „eLiFlow – Kontinuierliche elektronische Lithium-Gewinnung“ ein. Hier soll die Technologie so weiterentwickelt werden, dass sich Lithium künftig fortlaufend und mit möglichst geringem Energieaufwand aus den Ausgangsmaterialien gewinnen lässt. Das Verfahren zielt darauf, gezielt Lithium herauszulösen und andere Stoffe weitgehend unberührt zu lassen.
Unterstützt wird dieses Vorhaben vom Wirtschaftsministerium mit rund 861.000 Euro aus EFRE- und Landesmitteln. Damit setzt das Saarland ein klares Signal, dass nachhaltige Materialforschung als Zukunftsthema verstanden wird – und dass die saarländische Wissenschaft bereit ist, über die Region hinaus Antworten auf europäische Herausforderungen zu liefern.



















