Gaming ist längst nicht mehr nur eine Sache der eigenen Konsole oder Tastatur. Für viele hat das Zuschauen einen festen Platz im Alltag erobert – und für einen beachtlichen Teil ist es sogar wichtiger geworden als das eigene Spielen. Fast jeder vierte Gamer in Deutschland, konkret 24 Prozent, verfolgt lieber, wie andere spielen, als selbst zum Controller zu greifen.
Diese Zahlen stammen aus einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Dafür wurden 1.205 Menschen ab 16 Jahren telefonisch befragt, darunter 663 Gamerinnen und Gamer. Das Ergebnis zeichnet das Bild einer Freizeitkultur, in der das Mitfiebern am Bildschirm eine eigene Dynamik entwickelt hat.
Besonders deutlich zeigt sich das bei Livestreams: 40 Prozent der Befragten schauen sich regelmäßig an, wie andere auf Plattformen wie Twitch spielen. Ob das Finale einer großen Liga oder einfach das gemütliche Zusehen bei Freundinnen und Freunden – das Spektrum ist breit. „Livestreams und E-Sport haben sich zu festen Bestandteilen digitaler Unterhaltung entwickelt und bringen Millionen Menschen zusammen“, ordnet Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder die Entwicklung ein.
Auch der wettbewerbsorientierte E-Sport zieht ein großes Publikum an. Ein Viertel der Gamer, also 25 Prozent, verfolgt regelmäßig entsprechende Events. Hochgerechnet entspricht das rund 10 Millionen Menschen in Deutschland, die mitzittern, wenn Profis in Titeln wie League of Legends gegeneinander antreten.
Wie stark das Interesse ausfällt, hängt stark vom Alter ab. Bei den 16- bis 29-Jährigen verfolgt mit 33 Prozent ein Drittel regelmäßig E-Sport-Events, unter den 30- bis 49-Jährigen sind es 29 Prozent. Danach nimmt die Begeisterung spürbar ab: Bei den 50- bis 64-Jährigen schauen noch 16 Prozent zu, unter den Gamern ab 65 Jahren sind es zehn Prozent.
Die Befragung fand zwischen der 20. und 24. Kalenderwoche 2026 statt, die Gesamtumfrage gilt als repräsentativ. Deutlich wird daraus vor allem eines: Das Zuschauen ist im Gaming kein Randphänomen mehr, sondern eine eigenständige Form der Unterhaltung, die Generationen unterschiedlich stark, aber insgesamt in großer Breite erreicht.



















