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Fünfzig Euro für eine Stange Zigaretten – auf den ersten Blick ein Schnäppchen. Doch was der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) an einer in Berlin-Lichtenberg im Straßenhandel erworbenen Packung Winston Blue dokumentiert hat, lässt kaum Zweifel: Hier stimmt gleich an mehreren Stellen etwas nicht.

Die Liste der Auffälligkeiten beginnt schon bei der Verpackung. Eine deutsche Steuerbanderole fehlt vollständig, stattdessen prangt der Aufdruck „FOR DUTY FREE SALE ONLY“ auf den Schachteln. Auch die Warnhinweise sind ausschließlich auf Englisch gehalten – für den regulären deutschen Markt undenkbar.

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Besonders verräterisch wird es beim Blick auf die Rückverfolgbarkeit. Eigentlich muss jede einzelne Packung ein individuelles Erkennungsmerkmal tragen. Bei der geprüften Stange fand sich hingegen auf sämtlichen Schachteln derselbe Track-&-Trace-Code. Dazu kommt ein formal ungültiger Barcode: Beim aufgedruckten EAN-13-Code 7622188886565 müsste die Prüfziffer korrekterweise 1 statt 5 lauten.

Noch heikler als die äußeren Mängel ist der Inhalt selbst. Eine Laboranalyse im Auftrag des Instituts für Tabakforschung ermittelte pro Zigarette 15,2 mg Teer, 1,90 mg Nikotin und 13,2 mg Kohlenmonoxid. Alle drei Werte überschreiten die EU-Höchstgrenzen von 10 mg, 1 mg beziehungsweise 10 mg zum Teil deutlich.

„Hier passt nichts zusammen“, fasst Jan Mücke, Hauptgeschäftsführer des BVTE, den Befund zusammen. „Fehlende Steuerbanderole, Duty-Free-Kennzeichnung, englische Warnhinweise, ein offenbar kopierter Rückverfolgbarkeitscode und ein ungültiger Barcode – und dazu Emissionswerte deutlich oberhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Das Gesamtbild liefert starke Hinweise auf eine gefälschte und illegal vertriebene Zigarette.“

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Für Verbraucher liegt das eigentliche Risiko im Verborgenen. Bei illegalen Tabakwaren lässt sich schlicht nicht nachvollziehen, unter welchen Bedingungen sie produziert wurden und was am Ende tatsächlich in der Zigarette steckt. Anders als reguläre Ware durchlaufen sie weder die Anforderungen noch die Kontrollen des deutschen und europäischen Marktes.

Mit der Serie „Schmuggelzigarette der Woche“ will der Verband die vielen Gesichter des illegalen Tabakhandels sichtbar machen. Die Dimension ist beträchtlich: Nach aktuellen Schätzungen wird bereits jede fünfte in Deutschland konsumierte Zigarettenpackung hierzulande gar nicht versteuert.

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