Mehr als 500 Frauen kamen am Freitagvormittag nach Merzig, um sich über berufliche Perspektiven zu informieren. Bei der bereits fünften regionalen Frauenjobmesse ging es um den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt, um einen beruflichen Neustart oder schlicht um die Frage, wie sich die eigene Arbeitszeit ausweiten lässt. Der Andrang zeigte deutlich, wie groß der Bedarf an Orientierung nach wie vor ist.
Vor Ort kamen die Besucherinnen direkt mit zahlreichen regionalen Arbeitgebern ins Gespräch, die ihre aktuellen Stellenangebote präsentierten. Doch es blieb nicht bei reinen Job-Kontakten: Wer wollte, konnte seine Bewerbungsunterlagen von Fachleuten prüfen lassen oder sich kostenfrei ein professionelles Bewerbungsfoto anfertigen lassen. Ergänzend gab es Vorträge etwa zu Selbstmanagement und zum beruflichen Wiedereinstieg.
Dass solche Angebote weiterhin gebraucht werden, belegen aktuelle Zahlen aus dem Gleichstellungsmonitoring. Frauen beziehen demnach im Schnitt nur rund 750 Euro Rente, während Männer auf etwa 1.500 Euro kommen. Die Ursachen sind vielschichtig: Fast jede zweite erwerbstätige Frau im Saarland arbeitet in Teilzeit, hinzu kommen geringfügige Beschäftigungen und Erwerbsunterbrechungen, die häufig aus der Betreuung von Kindern oder der Pflege von Angehörigen resultieren. Diese sogenannte Care-Arbeit schlägt sich langfristig auch in den Rentenansprüchen nieder.

Frauen- und Arbeitsminister Magnus Jung machte die politische Dimension deutlich. „Es kann nicht sein, dass Frauen ihr Leben lang hart arbeiten, unbezahlte Arbeit rund um Kindererziehung und Pflege leisten und dann im Alter nicht von ihrer Rente leben können“, sagte er. Niedrigschwellige Angebote wie die Jobmesse seien deshalb wichtig, weil sie Frauen konkret unterstützten, informierten und direkte Kontakte ermöglichten.
Einen Blick auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt warf Ulrike Mohrs, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. Zwar sei die Beschäftigungsquote der Frauen im Saarland von 49,1 Prozent im Jahr 2015 auf 54 Prozent im Jahr 2025 gestiegen, doch sei „noch deutlich Luft nach oben“. „Jede hat ihre Kompetenzen und Stärken – manchmal braucht es nur den richtigen Impuls, um sie zu entdecken, einzubringen und zu leben“, betonte Mohrs. Die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt stünden dabei als professionelle Ansprechpartnerinnen zur Seite.
Auch Staatssekretärin Bettina Altesleben zeigte sich zufrieden mit dem Zuspruch. Die Messe helfe, Hürden abzubauen und berufliche Chancen sichtbar zu machen. „Der hohe Zuspruch zeigt, wie groß der Bedarf an Beratung und Unterstützung ist“, sagte sie. Organisiert wird die Frauenjobmesse gemeinsam vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit und der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.




















