Die Erneuerbaren-Branche formiert sich zum Protest. Für Freitag, den 9. Oktober 2026, ruft der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Fachverbänden, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zu einer Demonstration in Berlin auf. Das Motto der Kundgebung bringt die Stoßrichtung auf den Punkt: „Erneuerbare Energien: Ausbauen statt Ausbremsen!“
Hinter der Aktion steht die Sorge um verlässliche politische Rahmenbedingungen für die Energiewende. Konkret richtet sich das Bündnis gegen geplante Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und am sogenannten Netzpaket. Diese Vorhaben, so die Befürchtung, lösen bereits jetzt eine spürbare Investitionsunsicherheit aus.
Wie ernst die Lage aus Sicht der Branche ist, macht BEE-Hauptgeschäftsführerin Dr. Christine Falken-Großer deutlich. „Wirtschaftswachstum und Klimaschutz schließen sich nicht aus – im Gegenteil: Die Erneuerbaren sind Deutschlands stärkste Antwort auf Klimakrise, Energieabhängigkeit und wirtschaftliche Unsicherheit“, erklärt sie. Erneuerbare Energien sicherten eine günstige, zuverlässige und unabhängige Versorgung und verringerten zugleich die Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten.
Die wirtschaftliche Dimension ist beträchtlich. Mehr als 436.000 Beschäftigte zählt die Branche nach eigenen Angaben – bis zum vergangenen Jahr mit steigender Tendenz. Doch dieser Aufwärtstrend gerät ins Wanken. „Wir sehen Milliardenprojekte, die auf Eis gelegt werden, und viele Menschen, die schon jetzt ihre Arbeitsplätze verlieren“, warnt Falken-Großer. Genau diese Entwicklung wollen die Organisatoren stoppen.
Um Investitionen, Arbeitsplätze und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu erhalten, brauche es aus Sicht des Bündnisses einen verlässlichen Rahmen: für den Ausbau von Wind- und Solarenergie, für Bioenergie und Wasserkraft ebenso wie für erneuerbare Wärme, die Stromnetze, flexible Speicher und die Digitalisierung. Der Appell richtet sich direkt an den Deutschen Bundestag, der mit EEG und Netzpaket den Ausbau von Erneuerbaren, Speichern und Netzen beschleunigen soll.
Das Bündnis Erneuerbare Energien versammelt eine große Bandbreite von Akteuren. Neben dem BEE und seinen Spartenverbänden gehören zahlreiche Unternehmen und Initiativen aus den Bereichen Wind, Solar, Bioenergie, Wasserkraft, Geothermie und Speicher dazu, dazu kommen zivilgesellschaftliche Organisationen und Vertreter der gesamten Wertschöpfungskette. „Wirtschaft und Klimaschutz sind längst kein Gegensatz mehr – es ist das, was die Menschen wollen“, betont Falken-Großer.
Die Demonstration beginnt am Freitag, den 9. Oktober 2026, um 14 Uhr auf der Reichstagswiese in Berlin. Weitere Informationen stellen die Organisatoren auf der Internetseite des Bündnisses bereit.




















