Das Vertrauen in die deutsche Trinkwasserversorgung bleibt hoch – selbst wenn das Klima verrücktspielt. Zwei Drittel der Menschen hierzulande gehen davon aus, dass ihre Wasserversorger die gewohnte Qualität auch bei Hitzewellen oder Starkregen garantieren können. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor, die vom Institut prolytics market research durchgeführt wurde.
Doch hinter dem Optimismus steckt auch eine Sorge. Mehr als die Hälfte der Befragten betrachtet Wasserknappheit schon heute als reales Problem in Deutschland. Der Blick nach vorn fällt noch skeptischer aus: Rund drei Viertel rechnen damit, dass sich die Lage in den kommenden zehn Jahren zuspitzen wird. Knapp 23 Prozent erwarten sogar akute Engpässe in einzelnen Regionen.
Genau hier liegt für den BDEW der Handlungsbedarf. Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer für den Bereich Wasser und Abwasser, ordnet das Vertrauen der Bevölkerung als klaren Auftrag ein. „Der Klimawandel schreitet voran, und seine Folgen werden immer deutlicher spürbar“, sagt er. Zwar verfüge Deutschland grundsätzlich über genügend Wasserressourcen, um den Bedarf der Bevölkerung zu decken. Das Problem liege woanders: „Diese Ressourcen sind jedoch regional ungleich verteilt.“
Um die Versorgung langfristig zu sichern, fordert Weyand weitere Investitionen in die Infrastruktur, den Ausbau regionaler Verbundsysteme und einen klaren Vorrang für die öffentliche Wasserversorgung. Auch von den Infrastrukturfördermitteln des Bundes müsse die Wasserwirtschaft profitieren. „Wir müssen heute die richtigen Investitionsentscheidungen treffen, um die Versorgung von morgen zu sichern“, betont er.
Die Umfrage zeigt zudem, wie sich das Verhalten der Menschen an heißen Tagen verändert. Als Hauptgründe für einen erhöhten Verbrauch nannten die Befragten häufigeres Duschen (44 Prozent) und die Pflege von Pflanzen (39 Prozent). Verzichten würden viele am ehesten auf Wasserspiele, Planschbecken oder den eigenen Pool – das gaben rund 58 Prozent an. Knapp 39 Prozent würden beim Gießen und bei der Rasenbewässerung sparen.
Solche Rücksicht kann spürbar entlasten. In Hitzewellen steigt die Beanspruchung der technischen Anlagen lokal um bis zu 60 Prozent. Wer den Garten nicht in der Mittagshitze wässert oder den Pool nicht zu den Hauptverbrauchszeiten am Vormittag oder frühen Abend befüllt, hilft dem System, stabil zu bleiben.
Auf breite Zustimmung stößt schließlich der Wunsch nach mehr öffentlichen Trinkbrunnen. 86 Prozent der Befragten würden ein größeres Angebot begrüßen, 64 Prozent würden solche Brunnen auch selbst nutzen. Einen Überblick über bestehende Standorte liefern die App und die Website „Trinkwasser unterwegs“.




















