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Ist Russland Teil Europas oder war es das nie? Diese Frage hat mit dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 eine bittere Aktualität bekommen – doch ihre Wurzeln reichen Jahrhunderte zurück. Genau dieser Spurensuche widmet sich der Historiker Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll, der am Dienstag, 8. September 2026, um 18.30 Uhr im Haus der Union Stiftung in Saarbrücken sein Buch vorstellt.

Unter dem Titel „Das Schattenreich. Russlands langer Abschied von Europa“ legt Kroll eine historische Analyse vor, die weit über die tagesaktuellen Schlagzeilen hinausreicht. Sein Blick spannt sich vom Mittelalter bis in die Gegenwart und zeichnet ein Verhältnis nach, das nie geradlinig verlief.

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Im Zentrum steht ein wechselvolles Auf und Ab: Phasen enger Annäherung wechselten sich immer wieder mit Zeiten der Entfremdung und offenen politischen Konfrontation ab. Kroll interessiert dabei besonders, warum die zahlreichen Versuche, Russland politisch und kulturell an Europa heranzuführen, letztlich stets an ihre Grenzen stießen.

Gerade vor dem Hintergrund des Krieges gegen die Ukraine und der neu geordneten europäischen Sicherheitslage gewinnt diese Langzeitperspektive an Gewicht. Der Abend lädt dazu ein, das aktuelle Geschehen nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil einer langen historischen Entwicklung zu verstehen.

Mit Kroll konnte die Union Stiftung einen ausgewiesenen Kenner der Materie gewinnen. Der 1959 geborene Historiker lehrte Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Technischen Universität Chemnitz. Seine Schwerpunkte lagen in der europäischen Ideengeschichte, der politischen Kultur und der Zeitgeschichte.

Zudem bringt er umfangreiche Erfahrung aus wissenschaftlichen Gremien mit. Kroll gehört dem Wissenschaftlichen Beraterkreis der Bundesstiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ an und wirkte in mehreren Beiräten mit, darunter dem Institut für Zeitgeschichte München, dem Deutschen Historischen Institut Warschau sowie der Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944.

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Nach der Vorstellung bleibt Raum für Fragen und Diskussion mit dem Autor. Wer teilnehmen möchte, wird um vorherige Anmeldung gebeten; weitere Informationen finden sich unter www.unionstiftung.de/veranstaltungen. Für alle, die nicht vor Ort sein können, überträgt die Union Stiftung den Abend zusätzlich per YouTube-Livestream.

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