Mit einem deutlichen Vertrauensvotum hat Florian Spaniol den Auftakt zum Landtagswahlkampf 2027 gemeistert. Rund 90 Prozent der Stimmen entfielen am Samstag im Wahlkreis Neunkirchen auf den Landesvorsitzenden der Linken, der ohne Gegenkandidatur antrat. 122 Mitglieder waren zur Aufstellungsversammlung zusammengekommen und kürten Spaniol damit zum Spitzenkandidaten ihrer Wahlkreisliste.
Für den frischgewählten Spitzenmann ist das Ergebnis mehr als ein persönlicher Erfolg. Es sei ein Signal nach innen und außen, sagte Spaniol nach der Abstimmung: „Die Linke Saar ist geeint und geschlossen wie lange nicht mehr.“ Den Protest gegen den Sozialabbau wolle man von der Straße in die Parlamente tragen – und dort hörbar machen.
Inhaltlich rückte Spaniol die soziale Lage im Saarland in den Mittelpunkt. Die Armutsquote steige, das Land müsse eigene Wege einschlagen, um gegenzusteuern. Konkret nannte er ein Verbot von Stromsperren sowie ein kostenloses Mittagessen in Kitas und Schulen. „Es braucht eine starke Linke, um unmittelbar den Saarländerinnen und Saarländern vor Ort zu helfen“, betonte er.
Auch die Lage der heimischen Industrie sprach Spaniol mit Blick auf den Stahl-Aktionstag an. Die sozialökologische Transformation entscheide darüber, ob das Saarland seinen industriellen Kern bewahren könne. Scheitere der Umbau der Stahlindustrie, stünden nicht nur zehntausende Arbeitsplätze auf dem Spiel, sondern die industrielle Zukunft der gesamten Region. Unternehmen, die als erste auf klimaneutrale Produktion umstellten, müssten daher gezielt unterstützt werden.
Einen konkreten Vorschlag legte Spaniol gleich nach: Die Deutsche Bahn solle bei der Schienenproduktion auf grünen Stahl aus dem Saarland setzen. „Diese Schienen können nur hier produziert werden“, sagte er und verband damit eine industriepolitische Standortgarantie. Saarstahl könne so eine Brücke in eine klimaneutrale Zukunft schlagen, ohne dass Beschäftigung wegbreche.
Deutliche Worte fand der Landesvorsitzende für die Pläne der Bundesregierung. Geplante Einschnitte bei Rente, Gesundheit und sozialer Sicherung will die Linke nicht hinnehmen. Gemeinsam mit Betroffenen, Gewerkschaften und Verbänden wolle man den Widerstand organisieren und bündeln. Spaniol kündigte an, diesen Schulterschluss zu einem zentralen Thema des kommenden Wahlkampfs machen zu wollen.
Einen ersten Aufschlag dafür plant die Partei bereits in wenigen Wochen. Am 24. Juni um 18 Uhr lädt die Linke Saar zu einem Sozialratschlag in die „Commune“ in der Futterstraße 4 in 66111 Saarbrücken ein. Dort sollen Forderungen gebündelt und Bündnispartner zusammengeführt werden – als Auftakt einer Kampagne, die bis zur Landtagswahl 2027 reichen dürfte.



















