Rund 40 Bürgerinnen und Bürger drängten sich kürzlich im kleinen Sitzungssaal des Homburger Rathauses, um etwas über ein Thema zu erfahren, das im Ernstfall keine zweite Chance lässt: Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Informationsveranstaltung im Rahmen der Kampagne „Herzschlag“ traf damit offenkundig einen Nerv – und machte zum ersten Mal in Homburg Station.
Organisiert hatten den Abend Jessica Jung von der Stadtverwaltung Homburg und Nina Schaubitzer vom Bereich Prävention im Gesundheitsamt des Saarpfalz-Kreises. Die Kooperation zwischen Stadt und Kreis knüpfte an den erfolgreichen Auftakt der Reihe an, die im März in Kirkel gestartet war und dort bereits auf große Resonanz gestoßen war. Dass das Interesse auch in Homburg nicht geringer ausfiel, zeigte sich schon an der gut gefüllten Besucherreihe.
Den medizinischen Part übernahm Dr. Mikdat Altay von der Klinik für Innere Medizin III – Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin am Universitätsklinikum des Saarlandes. Er erklärte anschaulich, wie Herzinfarkt und Schlaganfall entstehen, welche Risikofaktoren dabei eine Rolle spielen und woran sich typische Warnzeichen erkennen lassen. Besonderes Augenmerk legte er auf geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Symptomen, die in der öffentlichen Wahrnehmung oft zu kurz kommen. Ebenso zentral war sein Appell, im Notfall richtig und vor allem schnell zu reagieren – denn bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zählt jede Minute.

Foto: Nina Schaubitzer
Einen anderen, ebenso wichtigen Blickwinkel brachte Linda Wilhelm ein. Die Sportwissenschaftlerin und ehemalige Mitarbeiterin der Initiative „Das Saarland lebt gesund!“ rückte die Prävention im Alltag in den Fokus. Ihre Botschaft: Schon kleine Veränderungen im Lebensstil können die Herz-Kreislauf-Gesundheit deutlich stärken. Mehr Bewegung im Alltag, eine bewusstere Ernährung oder schlicht der Verzicht auf den Aufzug – solche Stellschrauben seien für jeden umsetzbar und in ihrer Wirkung nicht zu unterschätzen.
Dass der Abend weit mehr war als ein reiner Vortrag, bewies die anschließende Fragerunde. Die Teilnehmenden nutzten sie intensiv, stellten persönliche Fragen zu Risikofaktoren und wollten konkret wissen, wie sie selbst vorsorgen können. Das rege Interesse unterstrich, wie groß der Bedarf an verständlicher Gesundheitsaufklärung jenseits von Arztpraxis und Klinik ist.
Nach den beiden erfolgreichen Auftaktveranstaltungen in Kirkel und Homburg wird bereits daran gearbeitet, die Kampagne „Herzschlag“ auf weitere Städte und Gemeinden im Saarpfalz-Kreis auszuweiten. Die Nachfrage gibt den Organisatoren recht: Wissen über Herzinfarkt und Schlaganfall gehört nicht nur in Fachkreise, sondern in die Mitte der Gesellschaft.

















