Rund 25.000 Menschen im Saarland leben mit einer Demenz-Erkrankung – fast jeder Zehnte über 65 Jahren ist betroffen. Um auf diese Dimension aufmerksam zu machen, pflanzten Vertreter aus Politik, Gesundheitswesen und Zivilgesellschaft am 30. März 2026 gemeinsam Vergissmeinnicht im Homburger Stadtpark. Die symbolische Aktion am Wechselfloor-Beet richtete sich gegen das Vergessen – und gegen das Wegschauen.
Organisiert hatten die Pflanzaktion das Gerontopsychiatrische Netzwerk Demenz im Saarpfalz-Kreis, die Landesfachstelle Demenz Saarland und die Kreisstadt Homburg. Landrat Frank John, Bürgermeister Manfred Rippel, Netzwerk-Vorsitzender Horst Schneider sowie Andreas Sauder, Leiter der Landesfachstelle Demenz, griffen zusammen mit weiteren Netzwerkpartnern zur Schaufel. Umgesetzt wurde die gärtnerische Arbeit vom städtischen Gärtnermeister Stephan Landwehr und einem Auszubildenden des Baubetriebshofs.
Die Zahlen des saarländischen Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit verdeutlichen den Ernst der Lage. Doch die Krankheit trifft nicht nur die Erkrankten selbst. Angehörige, die sich tagtäglich um ihre Familienmitglieder kümmern, tragen eine enorme Last. Zwar existieren im Saarland zahlreiche Hilfsangebote, doch viele Betroffene wissen schlicht nichts davon. Genau hier setzt das Netzwerk an, das unter Schneiders Leitung mehr als 50 Kooperationspartner vereint.
Schneider betonte bei der Aktion, das Netzwerk im Saarpfalz-Kreis gehöre zu den ersten, größten und aktivsten seiner Art im Land, und dankte den Partnern für die Zusammenarbeit. Auch Landrat John und Bürgermeister Rippel unterstrichen die Bedeutung dieses Engagements. Rippel formulierte es so: „Ich bin sehr froh, dass es Vereine, Verbände und Organisationen gibt, die sich aktiv mit dem Thema Demenz beschäftigen und sich so gut vernetzen. Für die Betroffenen wäre es noch schwieriger, wenn es diese engagierten Gruppen nicht gäbe.“
Das Netzwerk belässt es nicht bei symbolischen Gesten. Am 20. Mai steht ein interaktiver Vortrag unter dem Titel „Demenz oder Depression? Unterschiede erkennen und verstehen“ auf dem Programm. Die Landesärztin für Demenz, Dr. Rosa Adelinde Fehrenbach, wird am Forum in Homburg erläutern, warum beide Krankheitsbilder im höheren Lebensalter leicht verwechselt werden können, obwohl sie völlig unterschiedliche diagnostische und therapeutische Wege erfordern. Ziel ist es, Unsicherheiten abzubauen und ein differenziertes Verständnis zu schaffen. Die Teilnahme ist kostenlos.
Für den September kündigte Schneider weitere Aktivitäten an. Im Rahmen des Monats der Demenz soll erneut ein sogenannter Memory Walk stattfinden – mit Informationsständen der Netzwerkpartner sowohl auf dem Christian-Weber-Platz in Homburg als auch in St. Ingbert. Darüber hinaus plant das Netzwerk im Laufe des Jahres verschiedene Veranstaltungen, die sich gezielt auch an pflegende Angehörige richten.
Wer mehr über die Arbeit des Netzwerks oder über Hilfsangebote rund um das Thema Demenz erfahren möchte, kann sich an das Gerontopsychiatrische Netzwerk mit Schwerpunkt Demenz im Saarpfalz-Kreis wenden. Erreichbar ist es über die Psychosoziale Projekte gGmbH in der Goethestraße 2 in Homburg, telefonisch unter 06841/93 43-0 oder im Internet unter www.psp-homburg.de

















