Die htw saar bekommt Verstärkung im Bauingenieurwesen: Dr.-Ing. Paul Marker hat vergangene Woche im saarländischen Ministerium der Finanzen und für Wissenschaft seine Ernennungsurkunde zum Professor entgegengenommen. Künftig wird er an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes den Bereich Massivbau in Lehre und Forschung verantworten. Ein zentrales Anliegen seiner Arbeit ist dabei die Weiterentwicklung digitaler Methoden – sowohl im Massivbau als auch im Brückenbau.
Markers Werdegang liest sich wie ein Brückenschlag zwischen Handwerk, Praxis und Wissenschaft. Bevor er überhaupt ein Studium aufnahm, erlernte er das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk von Grund auf. Zwischen 2007 und 2011 folgte ein Bachelorstudium des Bauingenieurwesens an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, anschließend vertiefte er sich bis 2013 im Masterstudiengang Konstruktiver Ingenieurbau an der Universität Kassel. Schon gegen Ende dieser Studienphase sammelte er praktische Erfahrung im Tragwerksplanungs- und Prüfingenieurbüro Eisfeld Ingenieure in Kassel.
Der Schritt in die Infrastrukturpraxis führte ihn von 2013 bis 2016 zur DB Netz AG nach Würzburg, wo er in der Bauüberwachung und in der Bezirksleitung eingesetzt war. Danach zog es ihn in die Wissenschaft: An der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg arbeitete er von 2016 bis 2024 als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Dort lehrte er zu Massivbau und Künstlicher Intelligenz im Ingenieurwesen und forschte an digitalen Verfahren für den Konstruktiven Ingenieurbau, insbesondere an Optimierungsmethoden und KI-gestützten Ansätzen.
In Cottbus entstand auch seine Dissertation mit dem Titel „Generalized method for an efficient design of active hybrid structures – in the stress field between stiffness and compliance“. Parallel dazu unterrichtete er von 2022 bis 2023 Bautechnik am Oberstufenzentrum Cottbus und erweiterte so sein didaktisches Profil über den Hochschulkontext hinaus. Von 2023 bis Anfang 2026 kehrte Marker noch einmal in die Bahninfrastruktur zurück: Bei der DB InfraGO AG in Berlin verantwortete er als Fachverantwortlicher die Brückenbelastbarkeit in der Region Ost.
An seiner bisherigen Station als Post-Doc am Lehrstuhl für Computational Physics in Engineering an der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau beschäftigte sich Marker zuletzt mit Forschungsfragen aus der Robotik und dem 3D-Druck von Sandstein. Diese Verbindung aus digitalem Know-how und klassischem Bauwissen bringt er nun an die htw saar mit. Für die Hochschule bedeutet die Berufung eine gezielte Stärkung ihres Profils im Bauingenieurwesen – gerade in einer Zeit, in der digitale Planungsmethoden und der Erhalt alternder Brückeninfrastruktur zunehmend an Bedeutung gewinnen.



















