Die Menschen im Saarland blicken dem wirtschaftlichen Umbruch in ihrer Region erstaunlich zuversichtlich entgegen. Das zeigt der neue Strukturwandelreport, den die Staatskanzlei für das Jahr 2026 in Auftrag gegeben hat. Im bundesweiten Vergleich fällt die saarländische Haltung deutlich optimistischer aus: Wo andernorts Skepsis überwiegt, erkennen viele hier vor allem Chancen.
Für die repräsentative Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit zwischen dem 29. Mai und dem 18. Juni 2026 insgesamt 1.000 Saarländerinnen und Saarländer. Die wissenschaftliche Leitung lag bei Prof. Dr. Felix Hörisch. Ziel war es, ein aktuelles Stimmungsbild zum Wandel zu zeichnen und es mit den Ergebnissen der beiden Vorjahre zu vergleichen.
„Strukturwandel geht uns alle an“, betont der Strukturwandelbeauftragte Frank Nägele. Die Umfrage sei ein wichtiger Baustein für die saarländische Strategie, weil neben Expertengremien auch die Bürgerinnen und Bürger zu Wort kämen. Die Ergebnisse zeigten, ob politische Entscheidungen Zustimmung finden und wo die Politik in Zukunft ihre Schwerpunkte setzen sollte.
Hörisch verweist auf den Wert der wiederholten Befragung. Da sich der Wandel meist über lange Zeiträume vollziehe, ließen sich so Entwicklungen und Trends verlässlich nachzeichnen. Die Befragten nähmen die Herausforderungen und die schwierige wirtschaftliche Lage klar wahr, erläutert er. „Zugleich überwiegt jedoch der Optimismus, dass der Strukturwandel langfristig erfolgreich gemeistert werden kann.“ Im Vergleich zur gesamtdeutschen Bevölkerung blickten die Menschen im Saarland offener auf Veränderungen und sähen überproportional viele Chancen.
Besonders deutlich wird das Vertrauen in einzelne Zukunftsbranchen. Die höchsten Zustimmungswerte erreichen Digitalisierung und Cybersicherheit mit 78 Prozent, dicht gefolgt von der Gesundheitswirtschaft und Pharma mit 76 Prozent. Tourismus und Gastronomie legen auf 73 Prozent zu, ein Plus von zehn Punkten. Auch die Rüstungsindustrie kommt auf 66 Prozent, und die Kreislauf- und Recyclingwirtschaft gilt mehrheitlich als Chance.
Einen festen Platz behält die Stahlindustrie als Herzstück der regionalen Wirtschaft. Den Umbau hin zu einer klimafreundlichen Produktion mit Wasserstoff befürworten 72 Prozent der Befragten als zukunftsweisenden Weg. Für etwa zwei Drittel bleibt die Branche ein tragender Teil einer positiven industriellen Entwicklung im Land.
Erstmals untersuchte der Report in diesem Jahr auch die grundsätzliche Veränderungsbereitschaft, angelehnt an die Systematik des Deutschlandmonitors 2025. Die meisten Menschen bewerten Veränderungen ambivalent, im Saarland 59 Prozent gegenüber 52 Prozent bundesweit. Doch während deutschlandweit 26 Prozent Veränderungen kritisch oder ablehnend gegenüberstehen, sind es im Saarland nur zehn Prozent. Die vollständige Studie ist online unter www.saarland.de/strukturwandelreport abrufbar.





















